Dean Falk

Wie die Menschheit zur Sprache fand

Mütter, Kinder und der Ursprung des Sprechens
Cover: Wie die Menschheit zur Sprache fand
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2010
ISBN 9783421043276
Gebunden, 320 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Kuhlmann-Krieg. Die Frage, wie es kommt, dass Menschen sprechen können, und ob sie dies seit Tausenden oder Millionen von Jahren tun, rührt an den Kern des Menschseins und sorgt immer wieder für leidenschaftliche Debatten. Hat sich die Sprache aus Tierlauten entwickelt oder aus Gesten? Ist Sprache als Werkzeug des Denkens entstanden? Aus der Beobachtung, dass Eltern fast überall auf der Welt mit ihrem Säugling in einer besonderen Babysprache reden, entwickelt die Anthropologin Dean Falk eine gänzlich neue Theorie vom Ursprung der Sprache: An ihrem Anfang - wie auch am Anfang der Musik - stand demnach der beruhigende, tröstende Singsang der Mütter, die ihre Kinder nicht zu allen Zeiten am Körper halten konnten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.01.2011

Burkhard Müller ist gnädig gestimmt im neuen Jahr. So grundsätzlich spekulativ, unvollständig und tendenziell feministisch diese Studie der Anthropologin Dean Falk auch daherkommt, Müller empfiehlt das Buch dennoch als Puzzleteil einer noch zu schreibenden Geschichte der Sprach- und Menschwerdung. Originell findet er Deans These von einer an der Stammesgeschichte orientierten Individualgeschichte, von "klanggeleiteter Zuwendung" (der Mutter dem Kind gegenüber) als Ursprung der Sprache auch. Dass der entscheidende Schritt zum abstrakten Sprechen damit noch nicht erklärt ist, wie Müller feststellt, scheint ihm Deans Verdienst kaum zu schmälern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2010

Der Mensch spricht mit dem Infans, der Schimpanse schweigt: Warum? Das ist die Frage, die die Neurowissenschaftlerin Dean Falk in ihrem Buch erschöpfend beantwortet zu haben glaubt. Manuela Lenzen hat da so ihre Zweifel, allerdings nicht, weil sie die Grundthese Falks falsch findet. Die nämlich lautet, dass die Mutter spricht, weil sie das Kind, das sich nicht - wie der Schimpanse - ans Bauchfall heften kann, wenn sie es, um mit den Händen arbeiten zu können, beruhigen musste. Vieles spricht, so Lenzen, für diese These: Die Tatsache etwa, dass die Zentren für die sogenannte "Ammensprache" in den evolutionär älteren Hirnteilen liegen. Es rückt die Sprache auch nah an Musik und Gesang, was Unterstützung findet darin, dass Kinder durch den Singsang der Mutter bereits in Rhythmus und Klang der Muttersprache eingeübt werden. Das Problem, das Lenzen mit dem Buch hat, ist ein anderes: Allzu exklusiv und monokausal findet sie Falks Erklärung. Warum die "Verständigung bei der Jagd" für die Entwicklung der Sprache keine Rolle gespielt haben sollte, leuchtet ihr nicht ein.
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