David S. Bennahum

Extra Life

Bekenntnisse eines Computerfreaks
Cover: Extra Life
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart 1999
ISBN 9783421053114
broschiert, 300 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Susanne Aeckerle. Extra Life spielt in den Jugendzimmern, Computerräumen und Spielotheken der 80er, als die ersten Computerkids zu den Pionieren unserer heutigen digitalen Kultur wurden. Die Halbwüchsigen von "damals" kannten weder Gameboy noch Multimedia-Spiele; sie besaßen Computer, deren Rechenleistung lächerlich gering war, und strickten sich ihre Programme selbst. Das Ziel der Computerspiele bestand zumeist darin, möglichst viele Punkte zu sammeln, um ein weiteres Leben (extra life) zu bekommen und das Spiel dementsprechend länger fortsetzen zu können. David S. Bennahum, Jg. 1968, redaktioneller Mitarbeiter von Wired, Spin und I.D., erzählt davon, wie der Computer ihm und seinen Freunden eine eigene Welt verschaffte, zu der Erwachsene keinen Zugang hatten. Wir folgen dem Autor von seiner Faszination am Videospiel "Pong" im zarten Alter von fünf Jahren über eine Karriere als Programmierer mit dem begehrten Titel eines "Super Users" während des Studiums bis hin zu der Entscheidung, statt angestellter "Microserf" im Imperium von Bill Gates freier Autor für Computerthemen zu werden. Extra Life ist ein temporeich geschriebenes Real-Life-Buch über die bislang unentdeckte Welt eines vertrauten Umgangs mit dem Computer von Kindesbeinen an.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000

Dieses Buch "beschreibt die erste Generation von Kids, die mit Computern aufwuchs, die erste Generation, die Computer als Vehikel für Gesellschaftskritik benutzte": auf diesen Nenner bringt Thomas Eckardt die vorliegenden "Bekenntnisse eines Computerfreaks". Interessant war für diese Generation, dass sie tatsächlich ihre Eltern in sehr jungen Jahren "überflügeln" und in jugendlichem Elan die egalitäre "Dezentralisierung der Macht" technologisch für machbar halten konnte. Der "Computer als Partner" ist jedoch spätestens Ende der Achtziger entmachtet worden, er ist dem Moloch Privateigentum, das "Konsum, Geld, Gleichförmigkeit" bedeutet, unterworfen worden. Selbst das Internet macht dem Freak, so Eckardt, keinen Spaß mehr, aber seinen Traum will er dennoch nicht aufgeben und keinesfalls "erwachsen werden". Lieber Freak als Angestellter bei Microsoft, ist seine Devise. Mit einem jovialen: "Drücken wir ihm die Daumen" schließt Eckardt seine Besprechung.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Anne Carson. Rot - Zwei Romane in Versen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2019.Anne Carson: Rot
Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…
Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Anne Carson. Der bittersüße Eros. Turia und Kant Verlag, Wien, 2020.Anne Carson: Der bittersüße Eros
Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…