David Remnick

King of the World

Der Aufstieg des Cassius Clay oder Die Geburt des Muhammed Ali
Cover: King of the World
Berlin Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783827003393
Gebunden, 494 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Mit 18 Abbildungen. Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld. David Remnick zeichnet in seinem Porträt den Aufstieg des überragenden Athleten Cassius Clay nach und schildert zugleich das politische Heranwachsen und die allmähliche Geburt des Rebellen Muhammad Ali.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2000

Mit großer Begeisterung widmet sich das Rezensentenduo Christian Koller und Fabian Brändle diesem Buch - nicht zuletzt, weil der Autor hier neben dem Leben Cassius Clays auch eine Geschichte des Boxsports und der "Sportbegeisterung im Amerika des 20. Jahrhunderts" geschrieben habe. Deutlich wird dabei ihrer Ansicht nach vor allem, dass Boxen immer mehr als nur eine Sportart war, dass es immer auch um "Macht und Ohnmacht, ja (...) Gut und Böse" ging und welche Bedeutung die früher so genannten "Rassekämpfe" zwischen weißen und schwarzen Sportlern sowohl für das amerikanische Selbstverständnis wie auch für die Freiheitsbewegung der schwarzen Amerikaner hatte. Das Leben Cassius Clays scheint den Rezensenten für diese Darstellung besonders geeignet, nicht nur durch sein kalkuliertes Spiel mit den Medien, sondern auch durch seine Nähe zu den "Black Muslims" und seinem Prozess wegen Dienstverweigerung bei der amerikanischen Armee. Koller und Brändle wissen die "hervorragende Recherche" und auch die "spannende und gut lesbare" Sprache des Buchs sehr zu schätzen und weisen nicht zuletzt lobend auf die temporeiche Übersetzung von Eike Schönfeldt hin.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.07.2000

Spannend wie ein Wettkampf liest sich diese ausführliche Rezension von Kevin McAleer, die ja auch ein Buch über einen Sportler zum Thema hat. Den Boxer Cassius Clay alias Muhammed Ali, der zur Symbolfigur des Kampfes der Schwarzen gegen das weiße Amerika wurde. Mal verkörperten die schwarzen Schwergewichtler den "guten", mal den "schlechten Schwarzen", bis Cassius Clay alle Stereotypen durcheinander wirbelte - mit Witz, Charme, gutem Timing und selbstbewusstem Auftreten. Kevin McAleer folgt Remnick in seiner Chronologie, die ihn bis zu den Ursprüngen des Boxkampfes während der Sklaverei führt. Dem Autor sei es auf bemerkenswerte Weise gelungen, so McAleer, sein Thema in einer metaphorischen Verschränkung von Boxsport und Rassenpolitik in Amerika als spannende und informative Lektüre zu gestalten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000

Harry Nutt mag Boxen und er mag Cassius Clay. Er mag aber auch die "grazile" Joyce Carol Oates, die wie keiner "dem Geheimnis des Boxens" nahegekommen sei. Das Buch, von dem er schreibt ist aber von David Remnick. Keine Sportlerbiographie, sondern "der Roman zur Legende im Augenblick ihres Enstehens". Was Nutt beschreibt, ist dann doch die Lebensgeschichte von Muhammad Ali, seine Bedeutung für den Befreiungskampf der Schwarzen, in dem auch das Boxen selbst einen wichtigen Platz hatte. Vielleicht ist das Buch nicht so gut, wie Nutt es gern gehabt hätte. Das sagt er nicht, doch man spürt es deutlich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000

Michael Althen lobt den Autor für seine "Fußarbeit". Wie der Titelheld umkreise Remnick, Chefredakteur des "New Yorker", seinen Gegenstand, halte Distanz, schaue ihn sich von allen Seiten an. Das Buch sei weit mehr als eine Biographie des genialen Boxers. Streckenweise lese es sich als eine Sozialgeschichte der USA in den sechziger Jahren - mit allen Themen, die in dieser Zeit wichtig waren, von Vietnam bis zur Black-Power-Bewegung. Ali werde hier als der größte Boxer aller Zeiten gewürdigt, der aber zugleich den Niedergang dieses Sports eingeläutet und ein Show-Geschäft daraus gemacht habe.
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