A.J. Liebling

Die artige Kunst

Joe Louis, Rocky Marciano und die klassische Ära des amerikanischen Boxkampfs
Cover: Die artige Kunst
Berenberg Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783937834320
Gebunden, 168 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen übersetzt, mit Anmerkungen und einer Einleitung von Joachim Kalka. Joe Louis, Rocky Marciano, Sugar Ray Robinson, Jersey Joe Walcott - einige der schweren und leichteren Jungs der amerikanischen Nachkriegszeit, deren Namen heute noch einen großen Klang haben. Ihnen und vielen anderen Namenlosen wird in diesem Buch ein Denkmal gesetzt, das die begeisternden Seiten der Amerikaner und ihrer demokratischen Gesellschaft zeigt. A. J. Liebling, einer derjenigen, die den "New Yorker" zu einem berühmten Magazin machten, frönt hier seiner großen Leidenschaft, dem Boxen, den großen und den kleinen Stars.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.07.2009

Mit großer Freude stellt Yaak Kasunke A.J. Lieblings Reportagen aus dem amerikanischen Profiboxkampf vor, die 1956 bereits in einem Sammelband publiziert wurden und nun in deutscher Übersetzung vorliegen. Der "legendäre" Journalist des "New Yorker" mit einer Vorliebe fürs Boxen - er selbst versuchte sich hin und wieder als Amateur, wie der Rezensent informiert - schildert detailliert Kämpfe und porträtiert treffend Boxer und deren Umfeld. Dabei halte der Journalist nicht mit seiner Bildung hinter den Berg, unterfüttert mit "gepflegter" Ironie, wie der Rezensent vermerkt. Damit entsteht en passant so etwas wie eine "Kulturgeschichte des Boxsports", so Kasunke bewundernd. Angesichts der Übersetzung ins Deutsche von Joachim Kalka nimmt allerdings die Freude Kasunkes merklich ab, denn beim Titel angefangen, der die untergründige Ironie des Originals unterschlägt, bis zu den boxrelevanten Fachausdrücken findet der Rezensent so manchen "Missgriff". Dafür sieht er zumindest den legeren Ton des amerikanischen Autors gut getroffen, was ihn dann schon wieder halbwegs versöhnt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.06.2009

Michael Naumann atmet in seiner Rezension von A.J. Lieblings Box-Reportagen die weite Luft der großen Zeit des amerikanischen Magazinjournalismus. Die Reportagen, die der "New-Yorker"-Journalist Liebling über die großen Boxkämpfe der vierziger und fünfziger Jahre schrieb, markieren nach Naumanns Ansicht "den Übergang vom Journalismus zur Literatur". Dabei gelingen ihm die Schilderungen des halbseidenen Boxmilieus und seiner Akteure besser als die eigentlichen Kampfbeschreibungen, findet der Rezensent. Wie Lieblings Sujets muten Naumann auch die Schilderungen selbst an wie "archäologische Fundstücke kulturgeschichtlicher Grabungen" - denn für solche Reportageliteratur gebe es heute im Journalismus keine Bühne mehr. Desto größer ist Naumanns Lob für den verlegerischen Mut, dieses Kunstwerk ausgegraben und neu herausgebracht zu haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009

Eigentlich ist Rezensent Tobias Rüther kein Freund der Überhöhung, die Norman Mailer und Konsorten dem Boxsport immer wieder haben zuteil werden lassen. Dass er sich an A.J. Lieblings Reportagen "Die artige Kunst" trotzdem festgelesen hat, liegt daran, dass Liebling einfach einer der besten Reporter des "New Yorkers" war und dass er nicht nur über das Boxen schreibt - und zwar schöner, als jede Kamera einen "blitzschnellen Uppercut" einfangen könnte -, sondern über sein ganzes Milieu. In neun Kapiteln - "eines ist lebendiger als das andere" - liest Rüther von Preisboxern, Zechbrüdern, und Karussellbremsern. Ebenfalls als Gewinn hat er den Hinweis auf den "größten Schriftsteller des Boxrings" empfunden, auf Pierce Egan (1772 bis 1849), dem Liebling immer wieder seine Reverenz erweit. Aber was im Himmel sind Schlagfresser?
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