Bill Cardoso

Rummel im Dschungel

Eine Reportage aus Kinshasa: Muhammad Ali gegen George Foreman
Cover: Rummel im Dschungel
Edition Tiamat, Berlin 2014
ISBN 9783893201938
Kartoniert, 112 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Franz Dobler. Bill Cardoso war der Mann, der das Markenzeichen "Gonzo" für Hunter S. Thompson erfand. "Das ist reiner Gonzo", schrieb er an Thompson, als er dessen berühmten Artikel über das Kentucky-Derby gelesen hatte. Bill Cardoso wusste, wovon er redete, denn er schrieb selbst Gonzo. "Er war ein hell leuchtender Komet", sagte Warren Hinckle. Im September/Oktober 1974 reiste Cardoso nach Kinshasa, um über den Boxkampf Muhammad Ali gegen George Foreman zu berichten.
Cardoso schrieb dabei weniger über den Boxkampf selbst, sondern vielmehr über die Hitze und den Durst, die absurden Umstände und den Presserummel, über Budd Schulberg und Norman Mailer, über das Land und den Diktator Mobutu mit seiner Leopardenfellmütze und die authenticité, das Zauberwort für das neue Selbstbewusstsein der Schwarzen, über den großen Gesang "Ali Boma Ye" (Ali, töte ihn), der überall in Zaire zu hören war.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.10.2014

Bill Cardosos Reportage über den legendären, 1974 in Zaire ausgetragenen Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman, ursprünglich für die New York Times verfasst, von dieser aber abgelehnt, ist ein echter Leckerbissen des Gonzo-Journalismus, schwärmt Rezensent Ulrich Gutmair, der Klaus Bittermann (für die Entdeckung) und Franz Dobler (für die Übersetzung) auf Knien dankt. Hervorragend findet er den Text vor allem wegen der zahlreichen Details, die Cardoso während seines Aufenthalts in Zaire fleißig und stets - ganz Gonzo - unter Wahrung der subjektiven Beteiligung am Geschehen (bis hin zu Berichten über seinen Drogenkonsum vor Ort) recherchiert, so dass "Rummel im Dschungel" weit mehr darstellt als bloß ein Bericht über einen Boxkampf: Vielmehr zeichnet der Autor hier ein lebendiges, facettenreiches Bild vom Leben im Zaire der 70er Jahre, von seiner Geschichte und seinen zahlreichen postkolonialen Auseinandersetzungen, die der Autor allerdings relativ illusionslos beobachtet, wie der Kritiker verrät. Nicht zuletzt rückt der Text aber auch die Perspektive auf das Phänomen Gonzo-Journalismus zurecht, freut sich Gutmair: War auf den Begriff bislang vor allem Hunter S. Thompson abonniert, ist es mit dieser Veröffentlichung nun an der Zeit, den in Vergessenheit geratenen Bill Cardoso wiederzuentdecken und endlich seinem angestammten Platz im Gonzo-Pantheon zuzuführen.

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