Dave Eggers

Der größte Kapitän aller Zeiten

Roman
Cover: Der größte Kapitän aller Zeiten
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2020
ISBN 9783462000108
Gebunden, 128 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Mit 19 farbigen Illustrationen. Eine wilde Satire über die Vereinigten Staaten in den Geburtswehen des Wahnsinns. Im Zentrum ein lauter, clownesker Kapitän, der die Passagiere an Bord seines großen Schiffes, der Glory, an den Rand der Katastrophe führt - absurd, urkomisch und uns allen allzu bekannt.Als der dekorierte Kapitän zum letzten Mal die Landungsbrücke hinabsteigt, übernimmt ein Mann mit einer gelben Feder im Haar das Ruder. Ohne jegliche Kenntnisse der nautischen Navigation oder des Seerechts, schwört er feierlich, alles anders und besser zu machen als sein Vorgänger. Zusammen mit einer Gruppe von Vertrauenspersonen, die als die Upskirt Boys bekannt sind, mischt der Kapitän die Passagiere ordentlich auf, schreibt seine Träume und Visionen täglich auf das Weiße Brett in der Cafeteria, prahlt mit seiner vorbildlichen Anatomie, verschlingt wie wild Cheeseburger und wirft jeden über Bord, der ihm missfällt. Doch als eines Tages ein berühmter Pirat an Bord geht, der von den Passagieren der Glory lange gefürchtet, aber vom Kapitän verehrt wurde, weil er oben ohne auf Pferden gut aussieht, soll alles ins Wanken kommen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.07.2020

Katharina Granzin hält die kleine Parabel von Dave Eggers für nicht mehr ganz zeitgemäß. Die Geschichte um einen strunzdummen Schiffskapitän wider Willen und sein Schreckensregime, der sein Schiff in den Sand setzt, hätte noch vor kurzem zum Lachen animiert. Mit der Erfahrung der Pandemie aber, meint Granzin, wirkt diese Satire auf die Verhältnisse in den USA nicht mehr wirklich befreiend. Humoristisch scheint ihr der Text wie aus einer anderen Welt herüberzugrüßen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2020

Rezensent Martin Halter findet Dave Eggers' Satire auf den großen Steuermann Donald etwas verspätet. Die Plot-Idee von einem unfähigen Kapitän, der ein Schiff gegen alle Vernunft herunterwirtschaftet, an Bord eine Schreckensherrschaft etabliert und nur von ein paar Boatpeople vom Schlimmsten abgehalten wird, scheint Halter darüber hinaus "politisch kontraproduktiv" und "literarisch einfallslos".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.05.2020

Rezensent Burkhard Müller ist stinksauer: so einfallslos, blasiert und naiv findet er Dave Eggers Satire "Der größte Kapitän aller Zeiten". Gemeint ist natürlich Donald Trump. Der Klappentext kündigt eine schwarzhumorige Satire über die heutige USA an, "wie sie nur Dave Eggers erfinden konnte", doch für Müller schmeckt diese Persiflage wie ein fader Aufguss dessen, was schon etliche andere wie Salman Rushdie oder Ian McEwan falsch gemacht hätten: immer noch zu glauben, man könne einem Phänomen wie Trump durch billigen Hohn beikommen.

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