Darren McGarvew

Armutssafari

Von der Wut der abgehängten Unterschicht
Cover: Armutssafari
Luchterhand Literaturverlag, München 2019
ISBN 9783630876122
Gebunden, 320 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Berr. Wissen wir wirklich, was Armut bedeutet? Darren McGarvey, aufgewachsen in einem Glasgower Problemviertel, weiß es. Lange Zeit stand er selbst auf der anderen Seite eines Grabens, der unsere Gesellschaft immer tiefer spaltet. Er kennt die alltägliche Gewalt, die ständige Furcht und das Gefühl, nicht gehört zu werden. Die Apathie, die aus der Perspektivlosigkeit entsteht. McGarvey nimmt uns mit auf eine sehr persönliche Reise in diese Welt. Nicht um sie aus sicherer Distanz zu betrachten, sondern um sie von innen heraus zu verstehen. Und um endlich die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.09.2019

Wichtig und wohltuend findet es Petra Kohse, von Darren McGarvey aus Denkgewohnheiten gerissen zu werden. Wenn der schottische Autor und Rapper von seiner Kindheit im abgehängten Glasgower Stadtteil Pollok erzählt und dabei mit analytischem Verstand Armut und Abhängigkeit beleuchte, dann versteht Kohse, was falsch läuft: Dass die Armutsindustrie immer auch darauf ausgerichtet ist, die Jobs der Sozialarbeiter zu sichern, dass die diejenigen, die ein Problem haben, bei der Lösung nicht mitreden dürfen, oder dass die Armen politisch für unmündig erklärt werden. Das klingt nicht nur nach einer Generalabrechnung mit linker Sozialpolitik, meint Kohse, das ist auch eine. Aber von einem, der weiß, worüber er spricht, wie sie versichert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.09.2019

Darren McGarveys Bericht über die fortschreitende Verarmung des Prekariats in städtischen Randbezirken von Großbritannien hat Rezensentin Marlen Hobrack tief beeindruckt: Dank seiner Erfahrungen als Rapper kann er die Mittelschicht trotz seiner Herkunft aus einem abgehängten Glasgower Randbezirk sprachlich erreichen, erklärt die Kritikerin. Sein autobiografischer Text über seine Jugend mit einer aggressiven, alkoholkranken Mutter und eigene Versagens- und Drogenerfahrungen mündet Hobrack zufolge in ein Plädoyer für Hilfe zur Selbsthilfe. Die Sozialprogramme von außerhalb erscheinen dem Autor der Kritikerin zufolge wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für wohlmeinende Mittelschichtler, die aber keinen richtigen Einblick haben. McGarveys Argumente haben die Rezensentin sichtlich aufgerüttelt.
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