Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs. Der elfjährige Michael Murray kann zwei Dinge am allerbesten: Ballhochhalten und Geheimnisse bewahren. Seine Familie findet, dass er für Erwachsenenangelegenheiten noch zu jung ist, also lauscht er an Türen. Es ist der einzige Weg, um irgendetwas mitzubekommen. Und Michael hat ein Geheimnis mitbekommen - eines, das vielleicht die Prellungen im Gesicht seiner Mutter erklärt. Als das Flüstern zu Hause und in der Nachbarschaft zu laut wird, um es zu ignorieren, fragt sich Michael, ob hinter der ganzen Sache doch mehr steckt, als er dachte. Also macht er sich daran, die Wahrheit herauszufinden, in der Hoffnung, dass dann endlich alles wieder normal wird. Er darf dabei nur ein paar Sachen nicht vergessen: sich auf den bevorstehenden Talentwettbewerb im Dorf vorzubereiten, ein Auge auf seine Erzfeindin "Dirty Alice" zu haben und auf jeden Fall die wässrigen Eintöpfe seiner Granny zu vermeiden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2016
Für Rezensentin Dana Buchzik ist Lisa O'Donnells zweiter Roman nach dem preisgekrönten "Bienensterben" in erster Linie ein politisches Buch. Die Geschichte zeige die von Armut und Missgunst geprägte Gemeinschaft einer schottischen Inselstadt der frühen Achtzigerjahre, und somit die Folgen der Wirtschaftspolitik Margaret Thatchers. Eine Gewalttat und brutale Selbstjustiz finden in "Die Geheimnisse der Welt" statt, erzählt die Rezensentin. Wie die Opfer einer unbarmherzigen Wirtschaftspolitik verrohen und im eigenen kleinen Bereich schließlich zu Tätern werden, das kann man hier exemplarisch und "erschreckend aktuell" mitverfolgen, versichert die Rezensentin.
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