Der Krieg auf einer Parallel-Erde ist vorbei, die Europa-Union aufgelöst, die Erde verwüstet und unbrauchbar gemacht. Es gibt nur wenig Nahrung, kaum Tiere und Pflanzen. Aschhäute, die übrig gebliebenen Menschen, kämpfen ums Überleben. In diesem apokalyptischen Szenario arbeiten Kalong und sein Sohn Justus auf einem Feld, wo man während des Krieges Opfer aus dem naheliegenden Lager verscharrt hat. Sie und andere Buddler graben die Skelette aus, um daraus brauchbare Rohstoffe und wiederverwendbare technische Ersatzteile zu gewinnen. Als äußerst wertvoll gelten die Schädel, besonders die von Lunakis, den Mondkindern. "Schädelfeld" ist ein bizarr-skurriler Roman über Liebe, Mitmenschlichkeit, Verantwortung, Grausamkeit und Hass auf einem Planeten, der allein von Menschenhand zerstört wurde. Ein Roman, in dem auch die Erde selbst zu Wort kommt und über ihre Peiniger erzählt, indem sie ihr Klagelied singt. Und das Multiversum hört aufmerksam zu.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.03.2016
Rezensent Artur Becker taucht in Dariusz Muszers neuem Roman "Schädelfeld" in ein postapokalyptisches "Multiversum", das ihm nicht gerade lebenswert, aber doch umso lesenswerter erscheint. Eine explosive Mischung aus "Star Wars", "Star Trek", "Mad Max" und Doris Lessings utopischen Romanen entdeckt der Kritiker hier, die ihm anhand des Kampfes fremdartiger Spezies auf einer Parallelwelt die bedrohliche Macht von Ideologien vor Augen führt. Insbesondere aber besticht der Roman durch Muszers psychologisch feinsinnig porträtierte Figuren und eine Liebesgeschichte, die bewegt ohne je sentimental zu werden. Und dann ist dieses Buch auch noch so herrlich verrückt und unterhaltsam, dass nicht nur Liebhaber von Fantasy ihre Freude an der Lektüre haben werden, versichert Becker.
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