Dojnaas Heimat ist das weite mongolische Hochland. Sie führt dem Vater seit dem Tod ihrer Mutter den Haushalt und lernt von ihm das Jagen. Obwohl im heiratsfähigen Alter, betrachtet sie das Thema Liebe eher pragmatisch und schlittert mehr zufällig in eine arrangierte Ehe. Doormak, der Bräutigam, ist gefangen im Widerspruch zwischen der angestrebten Rolle des unanfechtbaren Helden und der eigenen Unzulänglichkeit. Galsan Tschinag entwickelt ein Psychogramm einer Ehe, das innerhalb der geschilderten nomadischen Welt modern anmutet: Mit einem Mann, der seine Ängste gegenüber einer sich verändernden Gesellschaft im Kampf gegen die Frau auslebt, und einer Frau, die die traditionelle Rollenverteilung zunächst ungebrochen übernimmt. In dieser Akzeptanz jedoch zeigt sie eine Stärke, die im existenziellen Konflikt schließlich eine befreiende Wirkung gewinnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.02.2002
In einer leider recht wirr und unkonzentriert wirkenden Kritik lässt Helmut Höge einige neuere Bücher aus der Mongolei und über sie Revue passieren, vermittelt dabei aber nur über Galsan Tschinags Roman Informationen von einiger Konsistenz. Tschinag, so erläutert er zunächst, lebt zwar in Ulan Bator, schreibt seine Romane aber auf deutsch. Mehrere Bücher von ihm sind in den deutschen Katalogen verzeichnet. In "Dojnaa" setze er nun einer Nomadin ein Denkmal, so dass Höge zu einigen Reflexionen über die Rolle der Frau in der buddhistisch-schamanistischen Gesellschaft und über die Rückkehr des Nomadentums nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion abhebt. Tschinag scheint über diesen Bruch mit der von den Kommunisten erzwungenen Sesshaftigkeit pessimistisch zu denken - Höge möchte dieses Gefühl aber nicht teilen. Genaueres sagt er über Tschinags Buch nicht - aber immerhin lobt er ihn als "guten Erzähler".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2001
Ein Mann reitet fort von zu Hause und kommt nicht wieder. Klingt nicht grad nach einem Buch, das abhängig macht. Rezensent "kmg" scheint die Bedeutung des Autors denn auch höher zu schätzen als die Qualität des vorliegenden "Frauen-, Ehe- und Liebesromans" im Speziellen - ein Buch, zu dem er abgesehen von ein paar Inhaltsangaben über fliehende Männer und Frauen, stark wie Elefanten, nichts zu sagen hat. Merkwürdig und bezwingend dagegen findet der Rezensent den Umstand, dass hier ein aus dem Altai-Gebirge stammender Tuwa Romane und Erzählungen auf Deutsch schreibt, die allesamt vom Schicksal, von den Mythen und Göttern der Tuwa handeln: deutsch-mongolische Tuwa-Literatur also.
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