Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. Daniele, ein junger Lyriker aus Rom, wird für sieben Tage in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Er fühlt sich als gäbe es für seine Gefühle keinen Platz in der Welt und strebt nur nach einem: Normalität. Doch nun teilt Daniele mit fünf anderen "Verrückten" das Zimmer und muss eine Woche lang mit ihnen die heißen, stickigen Räume der Klinik aushalten. Madonnina redet mit der heiligen Madonna, Giorgio klammert sich an das Foto seiner Mutter, Alessandro ist erstarrt, Gianluca euphorisch und Mario fixiert auf einen unsichtbaren Vogel. Im Laufe der sieben Tage fragt sich Daniele: Sind seine Freunde tatsächlich so wahnsinnig, wie die Gesellschaft sagt? Was heißt es, "verrückt" zu sein? Ist es nicht eher verrückt, in dieser Welt normal zu sein? "Für die Kämpfer, für die Verrückten" erzählt davon, wie man Akzeptanz, Freundschaft und Verständnis dort findet, wo man es nicht erwartet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2023
Nicht ganz glücklich ist Rezensentin Anna Vollmer mit Daniele Mencarellis Versuch, gegen Psychiatrie-Klischees anzuschreiben. Der Italiener hat einen autobiografisch gefärbten Roman vorgelegt, der von der Unterbringung des 20-jährigen ebenfalls Daniele Mencarelli heißenden Protagonisten in der Psychiatrie handelt, wo er sich in einem Mehrbettzimmer mit fünf Zimmergenossen wiederfindet, lesen wir. Das ist für die Rezensentin auch der spannendste Teil, wenn es um jenen "seltsamen Mikrokosmos" geht - sechs einander fremde Männer, die plötzlich Privatestes miteinander teilen (müssen). Vielfach ist ihr die Aufteilung in gute Patienten versus böse Ärzte zu unterkomplex und sie befürchtet, dass das nicht dazu beitragen dürfte, Vorurteile gegenüber psychisch Kranken abzubauen. Vollmer hätte sich einen stärkeren Fokus auf das Miteinander der Patienten gewünscht.
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