Eine fabelhafte Lügnerin, eine Frau, die alles hatte: Männer, Juwelen, Häuser, Ruhm - und für Letzteres bereit war, alles andere zu opfern. Es ist die Geschichte von Pola Negri, einem der ersten Stars des jungen Kinos, deren Leben aus mehr Trug und Schein bestand, als dass eine klassische Biografie darin die Wahrheit finden könnte. Der Aufbruch in die Moderne ist auch eine weibliche Geschichte, strahlende Stars wie Pola werden zu Idolen, verehrt wie einst Madonnenbilder, und ihre Freizügigkeit setzte die überkommene Ordnung außer Kraft. "Pola" ist mehr als der Roman über eine der schillerndsten Figuren des Stummfilms, über die Geliebte Charlie Chaplins und Rudolph Valentinos, es ist die Geschichte einer modernen Frau, die für ihre Karriere zu weit ging und an ihrem Glück immer zielsicher vorbei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2012
Rezensent Andreas Platthaus ist zu seinem eigenen Erstaunen (denn Talent bescheinigt er der Autorin durchaus) nicht zufrieden mit diesem Roman über die Schauspiellegende Pola Negri, deren (von Platthaus ausführlich referiertes) Leben sich selbst schon wie ein großer Roman anlässt, von dem sich Dröscher aber - weitgehend unter Wahrung von Zeit und Raum - lediglich auf eine "skurrile" Phase aus der Nazi-Zeit konzentriere. Vor allem bemängelt Platthaus das "formale Defizit", dass die Autorin "keine Stilebene" finde, um den historischen Rahmen literarisch zu fassen zu kriegen, was ihr drei Jahre zuvor im Debütroman - ebenfalls ein historischer Stoff - noch bestens gelungen war. Regelrecht irritierend findet er Dröschers "bisweilen gar fahrlässige" Formulierungen. So stieß der Rezensent gleich dreimal auf die Floskel "auf halbmast" - und damit "zweimal zu oft".
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…