Die Zeitungen nannten sie den schönsten Körper der Revolution. Immer in der ersten Reihe, gleich neben Udo, dem mit dem feingeschnittenen Gesicht trotz der langen Haare. Die Liebe war frei und verschwenderisch. Später nahm Rififi einen Schein pro Nummer, denn schließlich war das Gras nicht umsonst. Noch später nahm sie ein paar Scheine mehr, denn Udo liebte englische Nobelkarossen. Noch ein paar Jahre später will Udo sie zur Puffmutter eines 68er-Nostalgie-Betriebs mit baltischen Teenagern im Hippielook machen. Da schnappt Rififi sich Udos neuesten Jaguar und gibt Gas nach Osten, schließlich hat sie in Berlin eine Villa vom verstorbenen Kommunistenonkel geerbt.
Einen Krimi, der einem "im Nu ans Herz" wächst, hat die Autorin hier geschrieben, findet Aloys Behler. Er ist so begeistert von den skurrilen Figuren, die Arnhold so liebevoll wie fesselnd zu schildern wisse, dass er die eigentliche, erst relativ spät einsetzende Kriminalgeschichte zunächst einmal gar nicht vermisst. Um seine Ansichten zu unterstreichen, gibt Behler einen kurzen Einblick in einige der Charaktere dieses Buches: So erzählt er mit ansteckender Begeisterung von einem Alt-Achtundsechziger-Zuhälter, der von einem Bordell mit "WG-Atmosphäre" träumt bis hin zu einem ehemaligen DDR-Schwimmerin, die nun als Kassiererin im Schwimmbad ihr Dasein fristet. Bei allem Witz und aller Lockerheit weiß er jedoch an Arnhold zu schätzen, dass sie ihre Figuren "niemals denunziert" und auch ihre empfindsamen Seiten nicht vergisst.
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