Corine Pelluchon

Die Macht des Weiblichen

Ideen zu einer Demokratie ohne Herrschaft
Cover: Die Macht des Weiblichen
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406844171
Gebunden, 184 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Grit Fröhich. Ein feministisches Verständnis von politischer Macht. Wie kann man sich gegen die neuen Herrschaftslogiken wehren, die gegenwärtig unsere Demokratie untergraben? In ihrem Essay gibt die französische Philosophin Corine Pelluchon eine faszinierende Antwort: Wenn wir der Gewalt und Angst die Macht des Weiblichen entgegenstellen, die allen Geschlechtern offensteht - eine Kraft des Teilens, der Fürsorge und der gegenseitigen Wertschätzung -, kann eine gerechtere, freudvollere und menschlichere Zukunft unserer Demokratie entstehen. Corine Pelluchon wendet sich mit großer Sorge dem aktuellen Rechtsruck zu und möchte vor allem die besondere Attraktivität erklären, die populistische bis faschistische Auffassungen so stark machen. Laut Pelluchon basiert diese Attraktivität auf einer Art Intrige, in die rechtsextreme Führungsfiguren sowie geneigte Teile der Bevölkerung verstrickt sind: Geteilte Ohnmachtserfahrungen werden mit toxischen Bemächtigungs- und Ausgrenzungswünschen beantwortet. Um unsere Demokratie vor dieser affektiven Dynamik zu bewahren, plädiert Pelluchon für ein feministisches Demokratieverständnis. Sie beruft sich dabei auf eine weibliche Erfahrung, die von einem Bewusstsein der Vulnerabilität, der wechselseitigen Abhängigkeit und einer Dankbarkeit gegenüber der Natur geprägt ist. Eine Politik, die dieser Erfahrung gerecht wird, muss auf Kooperation, Rücksichtnahme und der Einhegung von Beherrschungswünschen gebaut sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2026

Rezensentin Marianna Lieder lässt kein gutes Haar am Buch der französischen Philosophin Corine Pelluchon über das Erstarken rechter politischer Kräfte und die heilende Kraft des Weiblichen. Schlimm findet Lieder die simplifizierende, den Einzelnen seiner Verantwortung enthebende Darstellung der Sogkraft autoritäter Ideologen im Buch. Laut Pelluchon funktioniert dieselbe nämlich über das Triggern gehemmter Sexualität und durch andere psychologische Vorgänge, so Lieder kopfschüttelnd, ökonomische, ideologische und andere Faktoren kennt die Autorin nicht. Dass Pelluchon die halbe Frankfurter Schule als Zeugen aufruft, macht die Argumentation für Lieder nicht stichhaltiger. Noch irrwitziger wird das Buch für die Rezensentin am Schluss. Da fährt Pelluchon in pathetischen Tönen ein biologistisch-essentialistisches Verständnis des Weiblichen als "Superwaffe" gegen den Demokratieverfall an. Ärgerlich, findet Lieder.

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