Aus dem Amerikanischen von Thomas Überhoff. 2019 geht der Journalist Fennell in Kapstadt an Bord der Georges Lecointe, eines Reparaturschiffs für Kabelbrüche in der Tiefsee. Er soll eine Reportage schreiben, über Kommunikation und ihre Störungen. Im Fokus: die Tiefseekabel, die die globalen Datenflüsse leiten, ständig gefährdet durch Naturereignisse, Krieg und Terrorismus. Der Missionschef Conway scheint nicht glücklich über den Gast, der sich für alles zu interessieren scheint - vielleicht auch für Conways Frau Zanele? Es sieht auch erst nicht danach aus, als sei so bald ein Einsatz fällig - bis eines Morgens in der Stadt Chaos ausbricht: Internet tot, Telefone stumm, kein Geld am Automaten. Eine Havarie mitten im Atlantik, in großer Tiefe, ganz Afrika ist betroffen. Das Schiff lichtet den Anker.Nach Wochen auf hoher See dann eine erschreckende Nachricht: Auf Zanele wurde ein Anschlag verübt. Als Fennell zu neugierig wird, eskaliert der Konflikt. Allein mit der Crew auf dem Kabelleger umkreisen sich die beiden Männer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.03.2025
Unterseekabel sind für den reibungslosen Ablauf von Datenübertragungen inzwischen überlebenswichtig, das zeigt Rezensentin Sylvia Staude auch der neue Roman von Colum McCann, dessen Protagonist, ein Journalist, zu durchtrennten Kabeln recherchiert. In Kapstadt solle er an Bord eines Schiffes gehen, das sich die mühsame Reparatur zur Aufgabe gemacht habe, das Internet in Südafrika sei ausgefallen. Dabei spielt laut Staude die südafrikanische Apartheidsgesellschaft ebenso eine Rolle wie ein zwielichtiger Boss, der möglicherweise von der reparierenden auf die zerstörende Seite wechselt. Für die Kritikerin ein spannendes Buch nicht nur über das "Wunder der Glasfaser", sondern vor allem auch über die Frage, was unsere Datenströme in sozialer und politischer Hinsicht bedeuten mögen.
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