Die Pandemie ist vorbei, das Virus bleibt. Aus den letzten Jahren, die von Ungewissheit, sinnvollen und sinnlosen Maßnahmen, Warnungen und Mahnungen geprägt waren, werden wir lernen müssen - nicht zuletzt, um uns auf künftige Pandemien besser vorzubereiten.Hendrik Streeck nimmt sich die fällige Aufarbeitung der Corona-Pandemie vor, denn nur so können wir vermeintlich unversöhnliche Positionen wieder auf den Pfad eines offenen Diskurses führen. Was sollten wir beim nächsten Mal besser machen? Was war notwendig, was gefährlich? Und wie bereiten wir uns erfolgreich auf die nächste Pandemie vor?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2024
Kaum ein gutes Haar lässt Rezensent Christian Schwägerl an Hendrik Streecks Buch, das verspricht, die Corona-Politik aufzubereiten. Noch am ehesten kann Schwägerl etwas mit jenen Passagen anfangen, die konkrete Vorschläge für den Umgang mit zukünftigen Pandemien unterbreiten, etwa wenn Streek fordert, nicht nur Virologen, sondern etwa auch Psychologen in die wissenschaftlichen Beiräte zu berufen, oder Maßnahmen mit Praxisversuchen zu testen. Wenn Streeck hingegen Aktionen wie #Allesdichtmachen verteidigt oder auf den Wissenschaftsjournalismus schimpft, ist Schwägerl schon weit weniger einverstanden. Richtig daneben ist das Buch, ärgert sich der Rezensent, wenn Streeck über seine eigene Rolle während der Pandemie schreibt, dabei keinerlei eigene Fehler eingesteht, anderen Dinge vorwirft, die er selbst ebenfalls getan hat, etwa Schlussfolgerungen aus unfertigen Studien zu ziehen und dem Leid der Coronaopfer kaum Beachtung schenkt. Eine sinnvolle Vorbereitung auf die nächste Pandemie sieht anders aus, zürnt Schwägerl.
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