Mit 151 Abbildungen. Gestaltet von Julia Ambroschütz und Tamaki Yamazaki. Der (alte) Botanische Garten in Zürich, der Garten der Villa Wesendonck (Rieterpark), die Quartieranlage Stadelhofen, das heutige Arboretum, der Garten vor der neuen Tonhalle, Villengärten in Baden oder der Park Schloss St. Andreas in Cham - Theodor und Otto Froebel lieferten die Gestaltungspläne, vor allem aber die Blumen, Sträucher und Bäume. Was sie nicht selbst heranzogen, gelangte über ihr weltweites Handelsnetzwerk in die Schweiz. In über 140 Katalogen präsentierten sie das sich stetig erweiternde Sortiment an Zier- und Nutzpflanzen, einheimischen und exotischen botanischen Raritäten.
Gartenkultur und Botanik waren in der Schweiz bis in die 1830er Jahre kaum gepflegte Disziplinen. Für ihre wachsende Popularität sorgten das im Zuge der Industrialisierung aufstrebende Bürgertum und die ersten Kunstgärtner, unter ihnen der aus Thüringen stammende Theodor Froebel (1810-1893). Gemeinsam mit seinem Sohn Otto Froebel (1844-1906) etablierte er in Zürich ein florierendes Unternehmen, das als die namhafteste Kunst- und Handelsgärtnerei des Landes galt und über dessen Grenzen hinaus einen herausragenden Ruf genoss.
Die Publikation geht dem Schaffen der beiden Gartengestalter und Unternehmer nach: Ihre öffentlichen Anlagen in Zürich, ihr Beitrag zu den bis heute städtebaulich prägenden Massnahmen im Zuge der Errichtung der Quaianlagen und eine Vielfalt an Privatgärten werden darin ebenso beleuchtet wie der Aufbau des eigenen Betriebs und das Pflanzenrepertoire. Damit zeichnet das Buch ein Porträt der Schweizer Gartenkultur des 19. Jahrhunderts und beschreibt zugleich eine Entwicklungsgeschichte des Metiers hiesiger Gärtner und Landschaftsarchitekten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2019
Rezensentin Sabine von Fischer findet die Forschung der Landschaftsarchitektin und -historikerin Claudia Moll bemerkenswert. Was die Autorin über die eidgenössische Handelsgärtnerei Froebel und ihr Wirken im 19. Jahrhundert herausgefunden hat, scheint ihr lesenswert. Erfahren lässt sich laut Rezensentin nicht nur, wie botanische Raritäten Einzug in Schweizer Gärten fanden, sondern auch, welche Überreste von Froebels Gestaltungen von Baden bis Cham noch heute zu entdecken sind. Ein Ausflug zu den Anfängen der Landschaftsarchitektur und in eine Zeit, als der Garten sich zum Ort bürgerlicher Repräsentation weitete, der sich auch gut als Beitrag zur Diskussion um den Erhalt von Grün- und Freiräumen lesen lässt, meint Fischer.
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