Christos Ikonomou

Warte nur, es passiert schon was

Erzählungen aus dem heutigen Griechenland
Cover: Warte nur, es passiert schon was
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406647055
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Griechenland befindet sich seit Jahren in einer wirtschaftlichen Depression. Das war nicht immer so; die Menschen wissen, dass es ihnen besser gehen könnte. Die Erzählungen von Christos Ikonomou spielen in Piräus, rund um den großen Hafen. Sie machen die Atmosphäre heute im Land spürbar, zeigen Menschen, die mit verschiedenen existenziellen Nöten zu kämpfen haben und ihrer irgendwie, und sei es durch Warten, Herr zu werden versuchen. Ikonomou kennt das Leben seiner Landsleute, kennt ihre Welt, die Straßen und die Docks, die ihr Zuhause bilden, diese Ecken Athens, die eigentlich grau sind und doch eine eigene Schönheit haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2013

Wer die Erzählungen des griechischen Schriftstellers und Journalisten Christos Ikonomou in "Warte nur, es passiert schon was" liest, dürfte kaum ahnen, dass der Autor bereits 2005 mit diesem Buch angefangen hat, Jahre vor der aktuellen Krise also, vermutet Christiane Schlötzer. Ikonomous Geschichten spielen alle in Piräus, dem Hafenviertel und "Hinterhof" Athens, wo die Armut schon seit langem Alltag ist, erklärt die Rezensentin. Und obwohl sich der Autor eigentlich viel stärker für das Innenleben seiner Figuren interessiert als für politische Zusammenhänge, lesen sich manche Erzählungen wie "ein poetisches Stück Agitprop", findet Schlötzer. Menschen, die ohnehin schon kleine Träume haben, scheitern an der Unerbittlichkeit ihres Milieus, so könnte man den Grundtenor zusammenfassen - Gutelaunelesen sieht sicherlich anders aus, warnt die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.04.2013

Griechische Tragödien, wenn auch nicht im klassischen Sinne, sind es, von denen Christos Ikonomou in seinem Band "Warte nur, es passiert schon was" erzählt, meint Mathias Schnitzler. Der Autor schreibt über prekäre Existenzen im krisengebeutelten Griechenland, über Arbeitslose, Arme, Verzweifelte, Verrückte und über hinkende Hunden, denn "in Griechenland lieben die Götter hinkende Hunde besonders", wie der Rezensent weiß. Dass die Menschen, wie der Titel suggeriert, abwarteten, kann er allerdings nicht finden, im Gegenteil, sie rackern sich ab und entwickeln "absurde Strategien", um ihrer Lage irgendwie zu entkommen. Dass Ikonomou dabei einen "Hang zum Pathetischen" an den Tag legt, stört Schnitzler angesichts der existenziellen Not der Figuren nicht.
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