Jacob Burckhardt

Griechische Culturgeschichte III: Die Kunst. Die Poesie. Zur Philosophie und Wissenschaft

Werke. Kritische Gesamtausgabe Band 21
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406482328
Gebunden, 897 Seiten, 128,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Leonhard Burckhardt, Fritz Graf und Barbara von Reibnitz. Jacob Burckhardts "Griechische Culturgeschichte" gehört zu den bedeutenden, bis heute nachwirkenden historischen Gesamtdarstellungen des 19. Jahrhunderts. Burckhardt setzte mit diesem Werk einer an Ereignissen und Fakten orientierten Geschichtsschreibung eine systematische Darstellung der griechischen Kultur entgegen, die das Spannungsverhältnis von Staat, Religion und Kunst thematisiert. Seine - bei aller Anerkennung ihrer geistigen und künstlerischen Leistungen - skeptische Haltung den Griechen gegenüber bildet einen Kontrast zu den noch bis weit ins 20. Jahrhundert verbreiteten Idealisierungen des Griechentums. Burckhardts Neffe Jacob Oeri hat das Werk - teilweise aufgrund einer ausgearbeiteten Fassung, teilweise aufgrund eines Vorlesungsmanuskripts - zwischen 1898 und 1902 in vier Bänden ediert und dabei den Textbestand stark verändert. Diese kritische Edition folgt erstmals ausschließlich Burckhardts Manuskript. Sie dokumentiert und übersetzt seine Quellen und erläutert zahlreiche Sachbegriffe. Jeder Band wird durch ein Namen-, Stellen- und Sachregister erschlossen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Zwar erachtet es Rezensent Jürgen Busche heute als nicht mehr nötig, Jacob Burckhardts Bild des demokratischen Athen, das er in seiner "Griechischen Culturgeschichte" entworfen hat, als Karikatur zu entlarven. Aber jeder könne das jetzt mit Mitteln tun, die der Band 21 der Kritische Gesamtausgabe der Werke Burckhardts, ein "ungemein gründliches Unternehmen", bereitstelle. Das ändert für Busche allerdings nichts an der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung von Burckhardts "Griechischer Culturgeschichte". Denn Burckhardt habe den Traum, den die deutsche Klassik mit dem alten Griechenland geträumt hatte, "gründlich zerstört". Mit seiner Entzauberung des antiken Griechentum sei Burckhardt den Weg zu einem unverklärten Verständnis der Griechen entscheidende Schritte weitergegangen. Was er uns dabei hinterlassen hat, preist Busche als "meisterhafte Kapitel zur historischen Literatur, zur Geschichtsschreibung".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2002

Jacob Burckhardt war ein zögerlicher Mensch, behauptet Hanno Helbling, der sich mit der Publikation seiner Schriften schwer getan und es auch seinen Nachlassverwaltern nicht einfach gemacht habe. Helbling meint jedoch Burckhardts Beweggründe für diese abwartende Haltung zu verstehen: Burckhardt sei nach eigenem Bekunden nicht auf dem Stand der damaligen aktuellen Forschung gewesen, die ihn offensichtlich auch nicht besonders interessiert habe, weil er nämlich eigene Wege beziehungsweise Forschungsmethoden verfolgte und damit seiner Zeit voraus war. Im Grunde habe Burckhardt bereits damals, vor allem im Ersten Band der "Griechischen Culturgeschichte", kommt Helbling zu dem Schluss, Mentalitätsgeschichte geschrieben, so wie 50 Jahre später Fernand Braudel mit seinem Werk über die klassische Mittelmeerwelt. Dieser neuen kritischen Edition ist nun zu danken, freut sich der Rezensent, dass Burckhardts Texte, die teilweise von ihm selbst, teilweise von Jacob Oeri überarbeitet wurden, in ihren Entstehungsschichten freigelegt und sichtbar geworden sind. "Eine unschätzbare Arbeit", schreibt Helbling in Voraussicht auch auf die noch ausstehenden Bände II, IV und V.