Aus dem Englischen von Thomas Melle. Ein Tag im November 1962. In einem Vorort von Los Angeles lebt George. Seit Jim, sein Freund, ums Leben gekommen ist, ist ihm "das amerikanische Utopia" die Hölle auf Erden. Mühsam schleppt er sich durch den Tag: Er gibt einen Kurs an der Uni, besucht seine beste Freundin, fährt durch die Gegend - vor allem aber seziert er in einem unaufhaltsamen Gedankenstrom seine Umwelt. Auch dieser Tag scheint vorüberzugehen wie all die anderen zuvor, bis George nachts am Strand einem Studenten begegnet... Ein zutiefst berührender Roman, der von bitterer Einsamkeit und der Furcht vor dem Anderssein erzählt, dem Scheitern zwischenmenschlicher Kommunikation und einer Gesellschaft, die vor all dem die Augen verschließt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2014
Vor fünfzig Jahren erschienen, vor fünf Jahren verfilmt, liegt Christopher Isherwoods Roman "A Single Man" in einer hervorragenden neuen deutschen Übersetzung vor, freut sich Rezensent Christoph Seibt und gesteht, dass ihm dieser Roman noch virtuoser als Isherwoods "Leb wohl, Berlin" erscheint. Und so liest er einmal mehr gebannt und bewegt die Geschichte des 58 Jahre alten kalifornischen Literaturprofessors, der an der Trauer über den verstorbenen Lebenspartner stirbt. "Herzzerreißend" nennt Seibt den Roman, der ihm berührend-tiefe Einblicke in das Leben eines Außenseiters gewährt. Selten hat der Rezensent ein derart "wahrhaftiges" Buch gelesen.
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