Die wechselvolle Geschichte Europas hat gezeigt, dass der Schutz von nationalen Minderheiten für die Erhaltung des Friedens und für die Entwicklung demokratischer Stabilität wesentlich ist. Diese beim Europaratsgipfel von Warschau 2005 formulierten Worte der Staats- und Regierungschefs der 46 Europarat-Mitgliedstaaten lassen sich als Motto und Leitlinie dieses Sammelbandes heranziehen. In insgesamt 16 Beiträgen von 13 europäischen Fachleuten werden die Entwicklungsstränge der Geschichte des Minderheitenschutzes in Europa beleuchtet. Der Zeitraum reicht von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Den einzelnen länderspezifischen Untersuchungen geht eine geistesgeschichtliche Abhandlung voraus, welche die Wurzeln des Minderheitenschutzes bis zu den Ursprüngen des Menschenrechts zurückverfolgt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2006
Ein umfassendes wie fundiertes Handbuch zu den Minderheiten in Europa liegt nun vor, freut sich Rezensent Christian Hillgruber. Zum dritten, der historischen Entwicklung gewidmeten Band, merkt der Rezensent an, dass sich angesichts fehlender einheitlicher Richtlinien schon die Frage stelle, ob der mangelhafte Minderheitenschutz in der Türkei überhaupt als Kriterium für den EU-Beitritt geeignet sei. Immerhin erkenne auch Frankreich Minderheiten nach wie vor nicht an.
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