Klappentext
Werden wir Wladimir Putin jemals auf der Anklagebank sehen? Oder Benjamin Netanjahu? Einst schien es unvorstellbar, Präsidenten vor Gericht zu stellen, doch die Möglichkeiten der Justiz haben sich in den letzten Jahrzehnten fundamental geändert. Vom Beschluss der ersten Genfer Konvention über die Nürnberger Prozesse bis zu den aktuellen Anklagen des Internationalen Strafgerichtshofs gegen zwei der mächtigsten Staatsoberhäupter der Welt: Steve Crawshaw zeigt, wie fragil Gerechtigkeit sein kann und warum es heutzutage wichtiger denn je ist, für sie einzutreten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2026
Ein lesenswertes Plädoyer für die Bedeutung und Anerkennung des Völkerstrafrechts hat Steve Crawshaw verfasst, meint Rezensent Finn Hohenschwert. Der Autor zeichnet die Geschichte internationaler Justizinstitutionen nach, beginnend im 19. Jahrhundert und zeigt auch auf, warum das Völkerrecht gerade dieser Tage hilflos wirkt: weil Haftbefehle etwa gegen Putin oder Netanyahu nicht vollzogen werden. Man merkt dem Buch an, findet Hohenschwert, dass Crawshaw nicht als neutraler Beobachter schreibt, sondern als einer, der einst als Journalist von Krisengebieten berichtete und später für Organisationen wie Amnesty International tätig war. Die journalistischen Erfahrungen schlagen sich in Form spannender Erlebnisberichte nieder, die spätere institutionelle Tätigkeit in einer gewissen aktivistischen Schlagseite, so Hohenschwert, der sich daran nicht allzu sehr stört. Wie hier die Idee des Völkerstrafrechts beharrlich verteidigt wird, imponiert ihm.
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