Christoph Geiser

Grünsee. Brachland

Zwei Romane
Cover: Grünsee. Brachland
Ammann Verlag, Zürich 2006
ISBN 9783250600916
Gebunden, 540 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Mit CD-Rom. Mit einem Nachwort von Heinrich Detering. In seinen beiden ersten Romanen schickt Christoph Geiser einen jungen Erzähler auf die Reise - ins schneesichere Zermatt auf Winterurlaub in Grünsee und ins Brachland, wo Vaters eigentlich viel zu großes Haus steht. Und beide Reisen führen in die Vergangenheit, zu den Erinnerungen an die Familie, an die Gemeinsamkeit, die nicht mehr ist. Vielleicht auch niemals war. Was hat die Familie auseinanderfallen lassen? Geiser sucht nicht nach der absoluten Antwort, er beschreibt, was die Beteiligten seiner Geschichten vorfinden. Seine Romane sind Besichtigungen einer Familie und ein Bericht über den Versuch eines Außenseiters, sich in der eigenen Geschichte wiederzufinden. Grünsee und Brachland sind zwei abgeschlossene Romane, die jeder für sich stehen können, die beide von Isolation, Vereinzelung und Gefühlsarmut erzählen und zusammen die Geschichte vom Zerfall einer Familie entstehen lassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2006

Rezensentin Beatrice von Matt begrüßt die Neuedition der beiden frühen Romane von Christoph Geiser, zumal eine CD-ROM mit Dokumenten und ein "schönes" Nachwort mit dazu gehörten. Bemerkenswert aus Sicht der Rezensentin ist, wie frisch und direkt beide Familiengeschichten auch heute noch wirkten. Vermutlich liege das am "neuen Ton" Geisers Ende der siebziger Jahre. Ohne große äußere Ereignisse zeichneten die beiden Romane die Wahrnehmungen des jugendlichen Protagonisten nach, Familie und fremde Erwachsensenwelt, häufig Körperreaktionen, "behutsam" dann das Coming-Out. Aber vor allem urteile oder kommentiere der Autor nie. Auf diese Weise, lobt und analysiert die Rezensentin, bleibe eine Art Nebel erhalten, der dieser Prosa ihre Kraft und Unverbrauchtheit verleihe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.06.2006

Nico Bleutge hat der Stimme des Baslers Christoph Geiser gelauscht, die der Ammann Verlag mit weiterem Material auf CD-Rom gebannt und zusammen mit den 1978 und 1980 erstmals erschienenen Romanen "Grünsee" und "Brachland" neu herausgeben hat. Die mühsame Entstehungsgeschichte der heute immer noch "verstörend" wirkenden Romane lasse sich anhand der mitgelieferten Bild- und Tondokumente und eben der vorsichtig sich der Kunstsprache annähernden Lesung des Schriftstellers sehr gut nachvollziehen. Der 1949 geborene Christoph Geiser habe in den Romanen eine biografisch motivierte Recherche nach der verlorenen Welt des Schweizer Bürgertums betrieben. Beeindruckt ist Bleutge von der Distanz, die sich Geiser selbst bei Tuchfühlung mit Landschaft und Menschen bewahrt .Und wie die Stimme öffne sich auch allmählich die Landschaft in den Texten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2006

Sabine Doering lobt den Ammann Verlag für die aufwändige Neuauflage der 1978 und 1980 erschienenen autobiografisch geprägten Romane des Schweizers Christoph Geiser. Zusammen gelesen habe man es mit einem eindrucksvollen Zweiteiler zu tun, der die Entwicklung eines jungen Mannes aus gutem Hause beschreibt, der die Erwartungen der Familie unterläuft und seinen Weg als Schriftsteller sucht. Über die Auseinandersetzung mit dem Vater hinausgehend schildert der Autor auf einer weiteren Ebene auch den Verfall des Schweizer Bürgertums. In seinen frühen Romanen nehme Geiser auch bereits sein Lebensthema, die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität vorweg, meint die Rezensentin. "Meisterlich" findet sie die Verbindung des "Intimen mit dem Gesellschaftlichen, des Privaten mit dem Allgemeinen".
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