Christof Wackernagel

Gadhafi lässt bitten

Novelle
Cover: Gadhafi lässt bitten
zu Klampen Verlag, Lüneburg 2002
ISBN 9783933156631
Gebunden, 142 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Eine Einladung, die einer Aufforderung gleichkommt, flattert der Vorsitzenden des deutschen Libyen-Solidaritätskomitees auf den Tisch. Binnen 24 Stunden möge sie sich zu den Revolutionsfeierlichkeiten in Tripolis einfinden, vorher allerdings noch flink eine Abordnung Deutscher zusammenstellen, die sie dabei begleiten solle. Überstürzte Vorbereitungen, hastige Telefonate. Zuletzt besteigt eine Handvoll "Delegierter" das Flugzeug. Ankunft Flughafen Tripolis, rätselhafte Einreiseprozeduren, einige bange Momente... Transfer zum ersten Haus am Platze. Von da an folgt die Reise einer undurchschaubaren, dennoch ausgeklügelten, straffen Dramaturgie...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2002

"Die Novelle scheint sich gegenwärtig einer Renaissance zu erfreuen", beobachtet Heinz Ludwig Arnold und räumt sogleich ein, "dass freilich nicht alles Novelle ist, was sich Novelle nennt." In der Tat beansprucht auch das Buch von Christof Wackernagel, seines Zeichens Ex-Terrorist und Schauspieler, diese Gattungszugehörigkeit für sich. Nach dieser Eröffnung, die schon Böses ahnen lässt, macht sich der Rezensent ans Nacherzählen der in Libyen angesiedelten Handlung und es scheint, als wolle er die ihm angetane Langweile an den Leser weiterreichen: fast widerwillig gibt er den Inhalt des Buches wieder. Doch in den zähen und scheinbar neutralen Textfluss schleichen sich Urteilsvorboten ein: er lässt den Text für sich sprechen, um dann kühl zu bemerken, es handele sich um "Reiseführerprosa auf höchstem Niveau". Jetzt öffnen sich unerbittlich die Urteilsschleusen. Da wird die Leserlangweile zur "libyschen Textwüste", und die "endlosen Beschreibungen" können nichts ändern an der Endlichkeit von Wackernagels satirischer Begabung. Die abschließende Frage, ob nun "die Welt der Revolution" oder die Welt "der arabischen Märchen" gemeint ist, interessiert den Rezensenten schon gar nicht mehr. Er schließt unbarmherzig: "Diese unsägliche Schmonzette ist weder eine Novelle noch eine Erzählung, und der Schriftsteller ist ganz offensichtlich eine Rolle, die nicht jedem Schauspieler liegt."