Nicholas Strange

Keine Angst vor Methusalem

Warum wir mit dem Altern unserer Bevölkerung gut leben können
Cover: Keine Angst vor Methusalem
zu Klampen Verlag, Springe 2006
ISBN 9783934920903
Gebunden, 138 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

"Wir haben zuwenig Kinder und wir werden immer älter. Unsere Zukunft und die unserer Kinder steht auf dem Spiel", sagt Horst Köhler. "Im Krieg der Generationen sind Sie dabei. Tatsächlich ist unsere Lage unhaltbar geworden", sagt Frank Schirrmacher. Nicholas Strange aber fragt: Wird die schrumpfende Zahl von Arbeitsfähigen wirklich unvermeidlich von der dramatisch steigenden Masse alter Leute erdrückt? Zwar ist an der demografischen Entwicklung kein Zweifel möglich. Die Folgen aber stellen dank der vorhandenen Produktivitäts- und Arbeitskraftreserven unserer Wirtschaft kein unvermeidliches Problem dar. Denn bei fünf Millionen Arbeitslosen, durchschnittlich zweiprozentigem Produktivitätsfortschritt pro Jahr und vergleichsweise extrem langen Ausbildungszeiten sind diese Reservenin Deutschland sehr groß. Seine detaillierte Analyse lässt den Autor zu dem Schluss kommen: Im schlimmsten Falle werden wir in 50 Jahren nur doppelt, nicht dreimal so großen Wohlstand genießen können wie heute.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.05.2006

Rezensentin Hilal Sezgin fühlte sich durch dieses Buch ein wenig erlöst von der derzeit grassierenden Methusalem-Angst. Zwar tritt Autor Nicholas Strange ihren Informationen zufolge zunächst mit sehr vielen Zahlen und Statistiken auf den Plan, weshalb aus seinem Buch seitenweise die Balken und Vergleichswerte zum Thema dem Leser entgegenwüchsen. Doch dann sieht sie Strange seine Sache mit rhetorischem Eifer so glühend verfechten, dass für sie zum Lesevergnügen auch eher beruhigende Zukunftsaussichten hinzukommen - Rezepte, wie der gegenwärtig medial beschworenen Krise beizukommen ist, inklusive. Die Rezensentin kann Strange vor allem mit dem schlüssig vorgetragenen Argument überzeugen, dass Verteilungsgerechtigkeit in einer Gesellschaft weniger mit Biologie als mit guter Politik zusammenhängt. Hier nimmt die Rezensentin besonders für den Autor ein, dass er sich bei seinen politischen Rezepten im Wesentlichen für die "gute linke Sache" stark macht und dabei "wohltuend emanzipiertes" Denken zeigt. Kleinere Schwächen, wie gelegentlich etwas überbordende Formulierungskünste und Vereinfachungen, kann sie daher leicht verzeihen.

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