Sicher weiß man nur, dass Simon Ende dreißig, Journalist, Porschefahrer und Besitzer eines Hauses in bester Lage am 14. Mai hinunter zu den Gleisen am Ufer des Bodensees gegangen ist. Ob er sich absichtlich bei Nacht auf die Gleise gelegt hat oder versehentlich vor den Zug geraten ist, vermag keiner zu sagen. Karl ist jedoch vom Selbstmord seines Freundes überzeugt. Mithilfe von Notizheften, die Simon zurückgelassen hat, begibt er sich auf eine Erinnerungsreise, um zu begreifen, was seinen ehrgeizigen und kompromisslosen Begleiter seit Kindertagen, den erfolgreichen Spezialisten für Innere Sicherheit, derart aus dem Gleichgewicht gebracht hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2012
Nein, derart altbacken, ja verkitscht möchte Martin Halter die alte Geschichte von den zwei ungleichen Männerfreunden, die einander doch ähnlicher sind, als es zunächst aussieht, dann doch nicht erzählt bekommen. Auch nicht, wenn der Autor vom Bodensee kommt und Martin Walser zum Fürsprecher hat. Dass Christoph Hamann so wenig Überraschung für den Leser parat hält, seine Story so absehbar und sprachlich konventionell daherkommt und es ihr zudem an Geschlossenheit und Struktur mangelt, verleidet ihm die Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2012
Angelika Overath scheint noch ganz gebannt vom Zauber dieser Erzählung von Christof Hamann. Die Geschichte einer ungleichen Freundschaft am Bodensee, die sich nach dem gewaltsamen Tod einer der Freunde retrospektiv entfaltet, birgt für die Rezensentin nicht nur Spielarten von Liebe und Gewalt, Hingabe und Härte im Zeichen des Glaubens, sondern ebenso die Irritation des in der Rückschau erscheinenden Unbegriffenen der Vergangenheit, der eigenen und der der Freunde. Das entsprechend offene, fragende Erzählen zieht Overath in den Bann.
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