Christine Webb

Der arrogante Affe

Der Mythos der menschlichen Überlegenheit und was wir von anderen Spezies lernen können
Cover: Der arrogante Affe
Ullstein Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783550202322
Gebunden, 432 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stephanie Singh. Das Selbstverständnis der Menschheit als "Krone der Schöpfung" bestimmt maßgeblich, wie wir uns gegenüber anderen Spezies verhalten. Doch was ist, wenn diese arrogante Haltung auf einer Ideologie beruht, die sich wissenschaftlich längst nicht mehr aufrechterhalten lässt? Die Harvard-Primatologin Christine Webb enthüllt bahnbrechend, wie die Illusion menschlicher Überlegenheit wissenschaftlich widerlegt wird, und zeigt die unterschätze Komplexität nichtmenschlichen Lebens: von der Sprache der Singvögel und Präriehunde über die Kultur der Schimpansen und Riff-Fische bis hin zum Scharfsinn der Pflanzen und Pilze. Webb zeigt, was die Menschheit gewinnen kann, wenn sie ihre Vorstellung von Einzigartigkeit und Sonderstellung ablegt. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.06.2026

Einen demütigen Blick auf den vermeintlich der Rest der Natur überlegenen Menschen kann man mit diesem Buch erlernen, freut sich Rezensentin Susanne Billig. Die Primatenforscherin Christine Webb argumentiert, teils an eigene Erfahrungen als Wissenschaftlerin anschließend, dass Tiere und selbst Pilze oft über Fähigkeiten verfügen, die in der westlichen Wissenstradition oft nur den Menschen zugeschrieben werden. Es geht dabei nicht darum, dem Menschen alle Besonderheit abzusprechen; wohl aber darum, aufzuzeigen, dass in vielen Fällen keine scharfen Trennlinien zwischen den Spezies existieren, wenn es um Intelligenz, Empathie und Ähnliches geht. Auch philosophische Passagen enthält das Buch, etwa wenn das Konzept des autonomen Individuums kritisch hinterfragt wird, dafür greift die Autorin auf indigene Denkweisen zurück, die Lebewesen in Beziehung zur Natur setzen, anstatt diese beherrschen zu wollen. Nicht alle Thesen Webbs überzeugen die Rezensentin, etwa findet sie es nicht sinnvoll davon zu sprechen, dass Vögel das Fliegen"erfunden" haben. Insgesamt jedoch ist das Buch Billig zufolge eine bereichernde Lektüre.

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