Christina von Braun

Der Preis des Geldes

Eine Kulturgeschichte
Cover: Der Preis des Geldes
Aufbau Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783351027100
Gebunden, 510 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Seit seiner Entstehung hat das Geld einen immer höheren Abstraktionsgrad erreicht: von der Münze über Schuldverschreibungen, Papiergeld bis zum elektronischen Geld. Inzwischen ist der größte Teil des Geldes Kreditgeld, basierend auf Hoffnung, Glauben, Versprechen. In der Ökonomie gibt es einen breiten Konsens darüber, dass das Geld keiner Deckung bedarf. Christina von Braun vertritt die Gegenthese: Das moderne Geld, das keinen materiellen Gegenwert hat, wird durch den menschlichen Körper gedeckt. Das erklärt nicht nur die extrem unterschiedlichen Einkommensverhältnisse im Finanzkapitalismus, sondern auch die Monetarisierung des menschlichen Körpers, etwa im Söldnerwesen, in der Prostitution, dem Organhandel oder der Reproduktionsmedizin. Die moderne Beglaubigung des Geldes ist schon in seinem Ursprung angelegt und fand in der christlichen Religion den idealen kulturellen Nährboden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2012

Mit dem ganzen Furor eines ungnädigen Rezensenten verreißt Thomas Steinfeld Christina von Brauns philosophische Betrachtung des Geldes, dessen Geschichte die Kulturwissenschaftlerin als Indikator für den Fortlauf der Abstraktion, sowie als Körper- und als Geschlechterdiskurs liest. Nicht nur am Geschwindigkeitsgalopp der Gedanken stößt sich der verstimmte Rezensent, sondern auch an seiner Ansicht nach dubiosen Analogieschlüssen, voreiligen Assoziationen, dürftigen Argumenten und wilden Kausalkonstruktionen, für die Steinfeld bloß Spott und Häme übrig hat. Im Grunde, schimpft Steinfeld, handele es sich im Ansatz um eine verschwörungstheoretische Arbeit, die sich alle Indizien, derer sie habhaft werden kann, umgehend einverleibt. Bei von Brauns Mutmaßungen, dass Fort Knox womöglich bald "eingefrorene Embryos" einlagern werde, erscheine selbst Urmel aus dem Eis schließlich "als ein Wunder an Einsicht, Plausibilität und Schlüssigkeit", ätzt der Rezensent abschließend.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2012

Mit Interesse und stellenweise Faszination hat Rezensentin Lisa Herzog diese Geschichte des Geldes von Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun gelesen, ist am Ende allerdings nicht restlos überzeugt. Von Stieropfern und den großen Abstraktionsleistungen der Geschichte erfährt Herzog in diesem Buch, von der Fruchtbarkeit des Geldes und der Rolle der Theologie bei der Bereitstellung der Schuld-Symbolik (die aber nur im Deutschen reibungslos funktioniert). Viele spannende Verbindungen habe Braun hier aufgetan, lobt die Rezensentin, die sich allerdings gewünscht hätte, dass die Autorin genauer zwischen kausalen Zusammenhängen und symbolischen Verwandtschaften unterscheidet. Und auch die am Ende gestellten Fragen nach Moral und Verantwortung findet Herzog etwas schwammig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2012

Das Geld abschaffen? Mitnichten, meint Lena Schipper nach der Lektüre von Christina von Brauns, wie sie findet, erhellender Kulturgeschichte des Geldes. Von der Autorin lernt Schipper vermittels psychoanalytischer, philosophischer und soziologischer Narrative nicht nur etwas über die Abstraktheit des Geldes und seine Ängste befeuernde Kraft, sondern gleichfalls wie nah sich Theologie und Ökonomie sind. Vor allem jedoch: Dass sowohl der moderne Intellektuelle wie auch der Feminismus als Produkte des Geldes gelten können. Für die Darstellung dieser und anderer Ambivalenzen des Zasters ist Schipper der Autorin dankbar.
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