Christiane Wyrwa

Literarische Utopien von Frauen vom 15. bis 20. Jahrhundert

Cover: Literarische Utopien von Frauen vom 15. bis 20. Jahrhundert
Scaneg Verlag, München 2021
ISBN 9783892351269
Broschiert, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Mit der vollständigen Erzählung "Sultanas Traum" von Rokeya Sakhawat Hossainund einer Doppelcoda von Katrin Girgensohn und Dagmar Knöpfel. Mit 26 Abbildungen. Vom Herbst des Mittelalters bis in die Nähe der Gegenwart werden in weitgehend chronologischer Ordnung literarische Texte von Frauen aus verschiedenen Ländern vorgestellt (von Christine de Pizan über Sarah Scott und Elizabeth Burgoyne Corbett bis hin zu Esther Vilar und Margaret Atwood), die ihre Vorstellungen möglicher Formen der menschlichen Gesellschaft beschreiben. Vollständigkeit ist bei dieser Auswahl nicht angestrebt, und der Schwerpunkt der Darstellung soll weder auf der Analyse des Konzepts der Utopie liegen noch auf einem vergleichenden Bezug zu den berühmten Utopien männlicher Schriftsteller. Die Autorinnen werden kurz vorgestellt und zum Kennenlernen der großen Vielfalt werden gelegentlich nur Ausschnitte oder Kapitel, häufiger aber ganze Bücher inhaltlich zusammengefasst. Manche der entworfenen Wunschräume und Wunschzeiten präsentieren komplett phantastische, manche realisierbare Bedingungen einer humanen Gesellschaft, gelegentlich erscheinen bedrohliche Horrorvisionen. Positive Utopien werden auch als Eutopien bezeichnet, negative als Dystopien. In den meisten Texten stehen Frauen im Zentrum, aus ihrem klugen Denken und machtvollen Handeln geht die in den Werken dargestellte Welt hervor, dabei spielen die im wirklichen Leben so mächtigen Männer häufig untergeordnete Rollen - und manchmal gibt es auch gar keine. Die Erzählung "Sultanas Traum" der Bengalin Rokeya Sakhawat Hossain (1880-1932) von 1905 erscheint hier vollständig in deutscher Übersetzung. In einer Doppelcoda äußern sich Katrin Girgensohn und Dagmar Knöpfel zum Thema Frauenutopie und Schreiben im 21. Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2022

Einen längst überfälligen Blick auf Utopien von Frauen findet Rezensent Alexander Kosenina in Christiane Wyrwas Band, der diese Utopien zum Teil in voller Länge, zum Teil auszugsweise vorstellt und um Porträts der Autorinnen ergänzt. So erfährt der Kritiker etwa, dass es bereits lange vor Thomas Morus' demokratischer Inselgesellschaft von 1518 einen ähnlichen Entwurf von der Venezianerin Christine de Pizan gab, verfasst 1405. Auch mit weiteren höchst lesenswerten utopischen Texten, etwa von Henriette Frölich, Lucy Aikin, Margaret Atwood oder Rokeya Sakhawat Hossain wird der Kritiker bekannt gemacht. Keine "systematische Durchdringung" des Themas, aber ein fundamentaler Beitrag zu einer komparatistischen Studie dieses bisher "kaum beachteten Genres", lobt Kosenina.
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