Christian Springer

Verdi und die Interpreten seiner Zeit

Cover: Verdi und die Interpreten seiner Zeit
Holzhausen Verlag, Wien 2000
ISBN 9783854930297
Gebunden, 489 Seiten, 33,23 EUR

Klappentext

Dies ist eine Biografie, die sich vor allem als Werkgeschichte versteht, und die anhand zahlreicher zeitgenössischer Dokumente zu Uraufführungen der Werke Verdis ein Bild vom Leben und Schaffen des großen Komponisten zeichnet. Teile aus diesem Bild sind den bevorzugten Librettisten und Verlegern, Dirigenten und Sängern gewidmet. Sie alle werden hier zitiert und porträtiert. Dadurch gelingt es dem Autor, die Atmosphäre der Uraufführungen wiedererstehen zu lassen und eine authentische Sicht auf die damalige Opernwelt zu vermitteln.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2001

In einer Doppelrezension bespricht Jürgen Kesting zwei Bücher zu Guiseppe Verdi.
1.) Anselm Gerhard, Uwe Schweikert (Hrsg.): "Verdi-Handbuch" (Metzler/Bärenreiter)
Die große Stärke dieses Bandes liegt nach Kesting darin, dass durch die Beiträge von zwei Dutzend Autoren ein recht vielschichtiges und facettenreiches Bild von Verdi und seiner Zeit entsteht. Zahlreiche dieser Beiträge hebt der Rezensent gesondert als besonders gelungen hervor, etwa wenn er den "scharfen Blick" Anselm Gerhards lobt, mit dem dieser verschiedenen Verdi-Klischees nachgeht. "Instruktiv" sei beispielsweise außerdem der Text von Michael Walter über `Die italienische Oper als Wirtschaftsunternehmen` oder auch der Beitrag Anselm Gerhards darüber, dass Verdi mit musikalischen Opern-Konventionen "keineswegs so oft gebrochen hat", wie oft suggeriert werde. Deutlich zu kurz kommt nach Ansicht des Rezensenten in diesem Band jedoch die Verdi-Rezeption, und auch Themen wie die "Aufführungs- und Inszenierungspraxis" hätten nach Kesting gerne etwas ausführlicher ausfallen können. Bedauerlich sei darüber hinaus, dass die "diskografischen Empfehlungen nicht begründet" werden.
2.) Christian Springer: "Verdi und die Interpreten seiner Zeit" (Holzhausen)
Nach Kesting liegt in diesem Buch der Schwerpunkt gerade in dem Bereich, der im "Verdi-Handbuch" zu kurz komme, nämlich in der Werkgeschichte. Grundlage sind hier vor allem, wie der Leser erfährt, Briefe Verdis und Rezensionen, die Aufschluss über die Entstehungsgeschichte der Opern geben, über Einstudierungen, "Erfolge und Misserfolge der Aufführungen" bis hin zu den Interpreten. Diese Zeugnisse geben nach Kesting einen Eindruck davon, wie sehr Verdi "für eine Kultur der Darstellung kämpfte" und welche Parallelen (aber auch Unterschiede) es darin zu Wagner gab. Besonders "aufschlussreich" findet Kesting die Briefe nicht zuletzt deshalb, weil sich hier ein Eindruck von der "Ästhetik des Verdi-Gesangs" vermittele, zumal sich zeige, dass Verdi nicht nur sehr klare Vorstellungen von den Rollen-Charakteren hatte, sondern auch Aufführungshinweise gegeben und Interpreten "minuziös" beurteilt hat.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…