Seit der Inbetriebnahme der ersten Strecke im Jahr 1902 prägt die Berliner U-Bahn das Aussehen der Stadt. Die charakteristischen Hochbahnstationen aus den ersten Jahrzehnten sind heute einzigartige Zeitzeugen. Aber auch später entstanden bedeutende Bauwerke, deren Gestaltung nicht nur den Wandel des architektonischen Geschmacks verdeutlicht, sondern auch die jeweiligen historischen Rahmenbedingungen spiegelt. Christian Simons Auswahl der dreißig schönsten U-Bahnhöfe berücksichtigt alle Epochen, alle Linien und das gesamte Stadtgebiet. Neben großformatigen Farbfotografien stehen informative Texte, die Wissenswertes aus Geschichte und Gegenwart vermitteln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2023
Mit den Moskauer U-Bahnhöfen können die Berliner Haltestellen zwar nicht mithalten, nett anzusehen sei aber trotzdem, was Christian Simon und Uwe Friedrich in ihrem Buch präsentieren, findet Rezensent Kai Spanke: dreißig Berliner U-Bahnhöfe, in einer "subjektiven", aber nicht "überraschenden" Auswahl, porträtiert in Text und Bild. Mit etwas Prunk aufwarten könne immerhin der Heidelberger Platz, der den Kritiker an eine Kathedrale oder zumindest einen Weinkeller erinnert, und auch das von Kaiser Wilhelm II. veranlasste Fachwerkhaus bei Dahlem Dorf findet er "hübsch". Im Falle des "aseptisch" anmutenden Chrom-Look der Haltestelle Unter den Linden oder der achtziger-Jahre-Farbpalette Rot, Weiß und Gelb bei U Rohrdamm liege die Schönheit eher "im Auge des Betrachters", so Spanke. Die begleitenden Texte des Stadtführers und Berlin-Experten Simon bieten dem Kritiker Hintergrundwissen zur Architektur- und Stadtgeschichte, und Friedrichs Fotos schnappschussartige, wenig perfektionistische Eindrücke der Stationen - vom Rathaus Charlottenburg fehlt etwa die Spitze, schmunzelt Spanke. Im Grunde passt dieser "unverstellte" Charakter aber gut zur Stadt Berlin, schließt er.
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