Mit 8 Seiten Farbbildteil. "Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?", fragten Hunderttausende Bauern und Bürger, die sich 1524/25 quer durch Deutschland erhoben und eine Bewegung formten, die bis heute ihresgleichen sucht. Waren die Rebellen revolutionäre Klassenkämpfer? Räuberischer Pöbel? Oder gar die Vorreiter der Menschenrechtsbewegung? Christian Pantle erzählt von den mutigen Menschen und ihrem großen Kampf für eine gerechte Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2025
Rezensent Joachim Käppner bespricht in einer Sammelkritik gleich mehrere, allesamt gelungene Bücher zum Bauernkrieg, erscheinend zum 500-jährigen Jubiläum. Besonders angetan haben es ihm drei Darstellungen, darunter Christian Pantles "Der Bauernkrieg. Deutschlands großer Volksaufstand": Gelungen sei dem Chefredakteur des Magazins G/Geschichte eine vor allem für Einsteiger geeignete "packende historische Reportage", die "höchst anschaulich" beschreibe, wie die Bauernaufstände 1525 ihre Anfänge in einer Art Manifest mit "Zwölf Artikeln", verabschiedet in Memmingen, nahmen und eine Zeit der "Hoffnung und Umwälzungen" begann, die jedoch blutig endete. Besonders interessant findet der Kritiker dabei Pantles Erklärung für das Scheitern der Aufstände: Die Bauern seien letztlich zu "friedfertig" gewesen, was vom zurückschlagenden Adel ausgenutzt worden sei. Für etwas spezifischere und umfassendere Einblicke ins Sujet empfiehlt Käppner außerdem Lyndal Ropers "Für die Freiheit. Der Bauernkrieg 1525" mit Fokus auf die Rolle der Frauen, sowie Gerd Schwerhoffs detailreiches "Der Bauernkrieg. Geschichte einer wilden Handlung".
Eine insgesamt gelungene Darstellung des Bauernkriegs liefert Christian Pantle laut Rezensent Otto Langels ab. Die auf der Lektüre einschlägiger Fachliteratur, also nicht auf Primärquellen basierende Arbeit erzählt die Geschichte der Aufstände, die im 16. Jahrhundert weite Teile des deutschsprachigen Raums erfassten und sympathisiert dabei deutlich mit den Bauern, deren Handeln durch zunehmende Armut und rabiates Vorgehen der Obrigkeit erklärt wird, lesen wir. Entlang des Buches rekapituliert der Rezensent den Verlauf der Auseinandersetzungen, die meist keineswegs radikalen Forderungen der Bauern wie auch deren brutale Niederschlagung durch vom Adel angeheuerte Truppen. Besonders interessiert sich der Kritiker für Pantles Ausführungen zu den "Zwölf Artikeln", einem Forderungskatalog der Bauern, das als zentrales Dokument für die Entwicklung des Konzepts der Menschenrechte zu wenig bekannt sei. Man lernt hier viel über die Aufständischen, die damals großen Mut bewiesen, versichert der Rezensent.
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