Für die Freiheit
Der Bauernkrieg 1525

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN
9783103974751
Gebunden, 676 Seiten, 36,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Holger Fock und Sabine Müller. Der Bauernkrieg war die größte Massenbewegung Europas vor der Französischen Revolution. Lyndal Roper erweckt sie auf unnachahmliche Weise zum Leben. Was trieb die Menschen an, gegen ihre Herren aufzubegehren? Es ging um das, was uns auch heute antreibt: um Freiheit, Gerechtigkeit und ein gutes Leben.Und so zogen sie aus ihren Dörfern, kampierten auf offenem Feld, drangen in Klöster ein und labten sich am Wein, hörten den Predigten eines Thomas Müntzer zu und waren beseelt von der Vision eines neuen, eines gottgefälligen Reichs. Erfüllt von der Hitze der Reformation, folgten sie dennoch einem anderen Weg als dem Martin Luthers. Bei Lyndal Roper erfahren wir, wie die Menschen diesen Aufstand erlebten - und dass uns die Bauern mit ihrer Forderung, alle Menschen sollten über die Schöpfung (Feld, Wald und Vieh) verfügen, näher sind, als wir glauben.
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Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2025
Rezensent Joachim Käppner bespricht in einer Sammelkritik gleich mehrere, allesamt gelungene Bücher zum Bauernkrieg, erscheinend zum 500-jährigen Jubiläum. Besonders angetan haben es ihm drei Darstellungen, darunter Lyndal Ropers "Für die Freiheit. Der Bauernkrieg 1525". Lobenswert findet der Kritiker, wie die Oxforder Historikerin hier eine Korrektur an der sehr angesehenen Studie von Peter Blickle , ursprünglich von 1975, vornimmt: entgegen der vom damaligen Zeitgeist sehr "sozialliberal" geprägten Interpretation der Bauernaufstände plädiere Roper für eine weniger politisch vorgeformte Perspektive auf das historische Kapitel und erinnere zudem an die Rolle der Frauen in den Aufständen, die in Blickles Formel der "Revolution des gemeinen Mannes" nicht berücksichtigt werden. Der Kritiker erfährt hier Interessantes etwa über die Witwe des Bauernführers Jäcklein Rohrbach als eine "Art Jeanne d'Arc" (Roper) und lobt die "fesselnde" Schreibweise der Autorin. Für eine noch umfangreichere Untersuchung empfiehlt Käppner Gerd Schwerhoffs "Der Bauernkrieg. Geschichte einer wilden Handlung", und Einsteigern legt er Christian Pantles anschaulichen Überblick "Der Bauernkrieg. Deutschlands großer Volksaufstand" ans Herz.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 24.12.2024
Rezensent Alexander Cammann sieht in Lyndal Ropers Buch über den Bauernkrieg von 1525 die wichtigste Arbeit zum kommenden 500. Jahrestag. Wichtig, weil die Oxford-Historikerin spannend erzählt und nicht einzelne Gestalten oder Ideologien in den Blick nimmt, sondern verborgene Mentalitäten einer Welt in Aufruhr. Es geht ihr ums Unbewusste, um Träume und die Erfahrungen neuer Gemeinschaft unter den Bauern, erklärt Cammann. Dass die Autorin die Dinge nicht idealisieren möchte und sich auch der Gewalt der Bewegung bewusst ist, erfährt der Rezensent aus erster Hand. Für ihn allemal ein unorthodoxes Geschichtsbuch.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.10.2024
Rezensentin Andrea Roedig reibt sich die Augen: Der Bauernkrieg als religiös und sozial inspirierte Ökobewegung? So sieht es die Historikerin Lyndal Roper in ihrem Buch, das den Leser mitnimmt auf eine Zeitreise zu den Bauern von 1525, zu ihren Gefühlen und Leiden. Derart soll der Leser das Entstehen der Bewegung und ihren Verlauf nachvollziehen können. Laut Roedig gelingt das durchaus. Die Empathie und Erzählkraft der Autorin und der Detail- und Kenntnisreichtum des Panoramas, das sie zeichnet, beeindrucken die Rezensentin. Und der "aktuelle Sinn", den Roper dem Bauernkrieg verleiht, leuchtet ihr ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2024
Rezensent Markus Friedrich lobt Lyndal Ropers Erfahrungsgeschichte über den Deutschen Bauernkrieg für seine fast lyrische Tonlage, mit der die Autorin Jahreszeiten und Stimmungen heraufbeschwört. Ungewöhnlich für ein Geschichtswerk. Aber der Autorin gelingt eine überzeugende Einfühlung in Zeit und Umstände der Geschehnisse, meint Friedrich, den vor allem die Rekonstruktion der Erfahrung der Bauern überzeugt, mit deren Hilfe die Autorin ihre Erzählstränge verknüpft und zu ihrer Vorstellung von einer ökologisch motivierten Revolte gelangt. Wie hat sie das gemacht? Sie fuhr per pedes Orte und Wege des Krieges ab, erklärt Friedrich staunend. So ist das Buch stellenweise geradezu eine "Wiedererweckung" der Zeit, meint er. Die deutsche Übersetzung findet er auch exzellent.