Angela Weber-Hohlfeldt

Max Frisch Alfred Andersch

Eine widersprüchliche Freundschaft
Cover: Max Frisch Alfred Andersch
Edition A.B. Fischer, Berlin 2016
ISBN 9783937434773
Taschenbuch, 144 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

Max Frisch lässt sich 1965 in einem abgelegenen Tessiner Dorf nieder. Einer der Gründe: Alfred Andersch wohnt schon dort. Zum ersten Mal begegneten sich der Erfolgsautor Frisch (1911-1991) und sein Schriftstellerkollege, der einflussreiche Rundfunkredakteur Andersch (1914-1980), acht Jahre zuvor in Zürich. Später kommen sie sich in Rom näher. Nun sind sie Nachbarn in Berzona, der Schweizer und der Deutsche  - Ein Wagnis? Freundschaften sind so variantenreich wie Menschen. Woraus also besteht das Band zwischen Andersch und Frisch? Gemeinsame Vorlieben für Pfeifentabak und Whisky, Schach und Schreiben, Reisen und den Rückzug ins Tessiner Onsernone-Tal teilen sie, wie ihre politisch ähnliche Sicht auf die Welt. Sie ergreifen das Wort in der Öffentlichkeit und mischen sich ein ins Zeitgeschehen. Gescholten als Linke, landen sie dennoch zwischen den Stühlen. Trotzdem steigen sie auf an die Spitze der Bestsellerlisten. Beide hadern sie mit der Heimat. Alfred Andersch ringt mit der deutschen Vergangenheit. Max Frisch ringt mit der Schweiz. Er verlässt sie immer wieder, verlegt seinen Wohnsitz nach Berlin, New York, oder anderswo in der Welt. Doch kehrt er stets zurück. Andersch verlässt Deutschland einmal für immer und übersiedelt 1958 in Frischs Heimat. Doch wo die Schweiz als Heimat zur Debatte steht, scheiden sich ihre Geister. Es kommt zum Bruch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.02.2017

Wilhelm von Sternburg liest Angela Weber-Hohlfeldts Essay über die Freundschaft zwischen Max Frisch und Alfred Andersch mit Gewinn. Heimat als Lebenswunde und Inspirationsquell - davon können beide Schriftsteller ein Lied singen, erfährt der Rezensent hier. Dass die Lebensfreundschaft der beiden nicht frei von Widersprüchen und Irritationen war, lernt er gleichfalls, wenn Weber-Hohlfeldt "klug" Frischs Ruhm mit Anderschs Einsamkeit kontrastiert. Die Scheu zwischen den beiden weiß die Autorin außerdem einfühlsam zu erfassen, lobt Sternburg.

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