Christa Hein

Vom Rand der Welt

Roman
Cover: Vom Rand der Welt
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783627001001
Gebunden, 452 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Elisabeth, Liz genannt, erzählt ihre Geschichte. Wie sie mit nur zwei Koffern und einem Promotionsstipendium Deutschland verlässt, mit der Hoffnung, in einer Universitätsstadt Nordamerikas heimisch zu werden. Schnell erkennt sie, wie schwer es ist, in der Neuen Welt Fuß zu fassen, doch sie spürt auch, dass eine Rückkehr immer schwierriger wird: Ihr ist die Heimat fremd, aber die Fremde keine Heimat. Bald gibt sie ihre Doktorarbeit zugunsten ihres Traums auf: Sie will Schriftstellerin werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.06.2004

Ulrich Baron stellt fest, dass dieser Roman der Autorin Christa Hein so etwas wie die Vorgeschichte ihres literarischen Debüts "Der Blick durch den Spiegel" von 1998 nachliefert. Denn in "Vom Rand der Welt" schreibt die Creative-Writing-Dozentin Liz ein Buch, dass dem Schicksal ihrer Großmutter Lina nachspürt, die wiederum im Debütroman die Hauptfigur war. Dennoch ist es nicht einfach die Fortschreibung der Geschichte Linas, betont der Rezensent, denn zunächst berichtet das Buch von Liz und ihren Schülern des Creative-Writing-Seminars. Hier erscheint der Roman zunächst "ganz einfach als Campus-Roman", meint Baron, dem die Geschichten der einzelnen Seminarmitglieder als "eindrucksvolle Porträts einer Gruppe" durchaus gefallen haben. Er attestiert der Autorin, dass sie die "Kunst der Spannung" perfekt beherrscht und sich auch als versiert im "Aufbau großer Handlungslinien" erweist. Dennoch hat der Rezensent mitunter den Eindruck, dass viele der Nebenfiguren wie auch die "dramatische Zuspitzung" mancher Szenen lediglich "vorgefundenes Material" sind, das nicht recht überzeugend am "roten Faden der Großmuttersuche" anknüpft. Trotzdem meint er abschließend, dass Hein mit diesem Buch der "Sprung vom Historischen zum Gegenwartsroman" geglückt ist, und er erwartet schon gespannt, wie die Autorin in ihren nächsten Büchern diese "unendliche Geschichte" weiterspinnen wird.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2004

Wolfgang Schneider ist nicht gerade begeistert, aber auch nicht enttäuscht von Christa Heins zweitem Roman, der eigentlich von der Entstehung ihres Erstlings handelt. Denn die Heldin, berichtet er, ist Dozentin für kreatives Schreiben an einer US-Provinzuni und erforscht nebenbei ihre eigenen Familiengeschichte (die Großmutter brachte sich um, die Urgroßmutter verließ die Bürgerwelt und reiste allein durch die Mandschurei), um darüber einen Roman zu schreiben - wie Christa Hein vor fünf Jahren. Es gibt also, rekapituliert Schneider, die Geschichte eines Schreibprozesses, die Recherche nach den eigenen Wurzeln und außerdem "Berichte aus tausendundeiner Seminarstunde", doch keine Angst - Christa Hein baue geschickt "Thrillermodule" ein, lässt geheimnisvolle Unbekannte auftreten und "mysteriöse Entleihvorgänge in der Universitätsbibliothek" geschehen, und so komme keine Langeweile auf. Und das, so der Rezensent, ist doch schon mal was.
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