Anne Stevenson untersucht die zahlreichen Widersprüche der amerikanischen Dichterin Sylvia Plath: die unbewältigten Kindheitsängste, die versteinerten gesellschaftlichen Verhältnisse der fünfziger Jahre in den Vereinigten Staaten und damit verbunden die Suche nach Bestätigung als Frau, Ehefrau und Mutter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
In einer sehr einfühlsamen und ausführlichen Rezension weist Elisabeth Bronfen darauf hin, dass diese Biographie über Sylvia Plath in der Originalausgabe bereits vor zehn Jahren erschien und damals große Kontroversen auslöste - auch bei der Ausgabe der Frankfurter Verlagsanstalt handelt es sich um eine Wiederauflage. In der Flut der Biographien über die amerikanische Dichterin, die sich mit 30 Jahren Anfang der sechziger Jahre das Leben nahm, nimmt Stevensons Buch nach Bronfen eine Sonderstellung ein: Sie versucht eine Ehrenrettung von Plaths Ehemann, dem britischen Lyriker Ted Hughes, und seiner Schwester Olwyn, denen in anderen Büchern eine Mitschuld an Plaths Tod zugeschrieben wird. Bronfen zeigt die Einseitigkeit der Darstellung auf - die Gedichtinterpretationen stammten direkt von Plaths Schwägerin -, findet aber auch positive Elemente in Stevensons Version der Geschichte. Das Verhältnis zum Ehemann, der damals viel berühmter war als Plath selbst, sei objektiv. Außerdem zeige Stevenson, die ebenfalls in den fünfziger Jahren als Amerikanerin nach Großbritannien gegangen sei, wie keine andere Autorin das Moment der kulturellen Entfremdung bei Plath.
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