Aus dem Französischen von Erika und Karl A. Klewer. Weil es in diesem Jahr so wenig Fische gibt, ist Lo, der Fischer, betrübt. Eines Tages erhält er von einer uralten Frau zum Dank dafür, dass er sie in einem schrecklichen Gewitter ans andere Ufer des Sees übersetzte, einige Lotussamen. Es sind ganz besondere Samen, da sie aus dem Rachen eines Drachen kommen. Lo legt sie in die Erde und über Nacht erblüht ein ganzes Lotusfeld. Aus einer Blüte kommt ein kleines Mädchen hervor - Lian. Auch sie ist etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt eine wunderbare Gabe: Alles was sie mit ihrem Zauberlotus berührt, verwandelt sich in Kostbarkeiten. Das aber ruft prompt die Habgier der Tochter des Präfekten auf den Plan Mit Tusche auf Reispapier zeigt uns Chen Jianghong erneut, dass er zu den ganz Großen des Bilderbuchs zählt und so wird Lian wieder eine jener Geschichten sein, die Kinder stets von neuem anschauen und hören wollen. Sie ist voller Spannung und berichtet von Fähigkeiten, die jedes Kind für sich erträumt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2008
Die klassische chinesische Zeichen- und Malkunst ist Vorbild für Chen Jianghongs Bilderbuch, von dem sich die Rezensentin Silja von Rauchhaupt begeistern ließ. Erzählt wird die Geschichte vom Fischer Lo, der für eine gute Tat mit der kleinen Lian aus der Lotusblume belohnt wird, die alles in Gold verwandelt. Eine gierige Präfektentochter will sich das zunutze machen, da verwandelt sich Lian in ein ganz normales Kind und bleibt bei Herrn Lo. Die Geschichte ist einfach und sie macht auch das Gelingen dieses Buches gar nicht aus. Die große Zeichenkunst von Jianghong ist es, die die Rezensentin vor allem entzückt: "In starken Farben, feinen Linien" werden verschwommener Hinter- und scharfer Vordergrund gegeneinander konturiert. Das Ergebnis, so von Rauchhaupt, sind Bilder von "großer Transparenz und Poesie".
Überschwänglich preist Claudia Kniess in Chen Jianghong den aus ihrer Sicht unangefochtenen "Meister der chinesischen Kinderbuchillustration" und lässt sich auch von seinem jüngsten nun auf Deutsch erschienenen Bilderbuch verzaubern. Es geht um den armen Fischer Herrn Lo, dem von einer zauberischen alten Frau das Lotusmädchen Lian geschickt wird, die ihm zu unglaublichem Reichtum verhelfen soll. Chen Jianghong bemüht ein reiches Arsenal an chinesischen Märchenmotiven, um am Ende nach gefährlichen Abenteuern doch zu einem fast alltäglichen Ende fern allen Märchenzaubers zu kommen, stellt die Rezensentin fest. Besonders die Illustrationen, die nach anfänglicher Beschränkung auf verschiedene Grautöne immer kräftigere Farben aufweisen, haben es Kniess angetan, und sie sieht einmal mehr die Brillanz des Autors und Illustrators erwiesen, wenn er dem grauen Einerlei noch dramatische Aspekte abgewinnt.
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