Charlotte Gneuß (Hg.), Laura Dshamilja Weber (Hg.)

Glückwunsch

15 Erzählungen über Abtreibung
Cover: Glückwunsch
Carl Hanser Verlag, München 2023
ISBN 9783446276772
Gebunden, 208 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

15 Autorinnen und Autoren schreiben über ein Thema, über das in der Literatur bislang geschwiegen wurde: Abtreibungen. Sie erzählen von Mutterschaft und Freundschaft, von religiösen und politischen Zwängen und den drastischen Folgen sexueller und rassistischer Gewalt. Doch so verschieden die Welten und Erfahrungen der Protagonistinnen auch sind, der unbedingte Wille zur Selbstbestimmung eint sie alle. Mit Erzählungen von Theresia Enzensberger, Sophia Fritz, Charlotte Gneuß, Lena Gorelik, Annett Gröschner, Monika Helfer, Yael Inokai, Tilman Rammstedt, Raphaëlle Red, Jayrôme C. Robinet, Emilia Roig, Daniel Schreiber, Karosh Taha, Stefanie de Velasco und Katharina Volckmer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.03.2023

Rezensentin Christiane Lutz kann ihre anfängliche Skepsis gegenüber dem Abtreibungs-Sammelband von Charlotte Gneuß und Laura Weber getrost verwerfen. Denn auch wenn alle Texte eigens für den Band verfasst wurden, überwiege hier nicht die "Agenda", sondern zeugen die Texte von einem ehrlichen Interesse an einer Aufarbeitung dieses Themas, findet Lutz. Ganz verschiedenen Textsorten wie Briefen, Berichten oder fiktionalen Szenarien begegnet die Kritikerin: Annett Gröscher etwa berichte von den Möglichkeiten der Abtreibung in der DDR, Yael Inokai erzähle aus einer utopischen Zukunft, in der sich Frauen ganz einfach einen kleinen Abtreibungsstaubsauger nach Hause liefern lassen können. Bemerkens- und lobenswert findet die Kritikerin dabei, dass es sich bei den überwiegend weiblichen Autoren um Frauen ganz verschiedener Altersklasse und Herkunft handelt, wie auch vor allem die Tatsache, dass es in allen Texten gar nicht mehr um das "Ob", sondern um das "Wie und Warum" gehe - dieser Ausgangspunkt sei an sich schon ein wertvolles Statement. Auffällig findet sie außerdem, wie unsicher die wenigen männlichen Beitragenden auftreten - für Lutz ein weiterer Beweis dafür, wie aufarbeitungsbedürftig das Thema immer noch ist.

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