Charles Lewinsky

Täuschend echt

Roman
Cover: Täuschend echt
Diogenes Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783257615302
Gebunden, 320 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Ein Werbetexter verliert alles auf einen Schlag: Liebe, Geld und Karriere. Dank künstlicher Intelligenz schafft er es, sich wieder aufzurappeln. Die neue Technologie hilft ihm, ein Buch zu schreiben, das große Beachtung findet, weil es angeblich die "Geschichte eines wahren Schicksals" erzählt. Nur eine Frau weiß, dass das nicht stimmt: die ehemalige Geliebte, die den nun so gefeierten Autor schon einmal um alles gebracht hat.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.12.2024

Charles Lewinsky ist für den Rezensenten Hans von Trotha einer der versiertesten deutschsprachigen Schriftsteller, und sein Lebensthema, das Erzählen an sich, stellt er auch in diesem Roman wieder in den Vordergrund. Der Ich-Erzähler schreibt mithilfe einer KI einen Roman, wie auch Lewinsky selbst ChatGPT-Passagen in seinem Buch durch Kursivierung anzeigt, doch es vermischen sich reales Leben und Fiktion, so der Kritiker. Die Afghanin Schabnam, die das Buch des Ich-Erzählers als Autofiktion erzählt, soll von Denis Scheck interviewt werden, was natürlich nicht geht, wenn sie nicht existiert - für Trotha spannend und mit der erzählerischen Distanz und den ironischen Brechungen des Autors klug gestrickt. Eine Geschichte, die dem Kritiker auch deutlich macht, wie man KI ernst nehmen und trotzdem die erzählerischen Fäden in der Hand behalten kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2024

"Federleicht" und mit einer Prise Selbstironie fragt dieser Roman, welche Bedeutung dem klassischen Schreiben in Zeiten von automatisierten Maschinenausgaben und künstlichen Intelligenzen noch zukommt, und Rezensent Rainer Moritz lässt sich begeistert darauf ein. Der Protagonist, ein Werbetexter, der seinen Job an die KI verliert, macht sich daran, mit Hilfe eines Textgenerators einen emotionalen Roman zu schreiben. Mit etwas redaktioneller Unterstützung und stilistischen Eingriffen, resümiert Moritz, gelingt es der KI, eine rührselige und kitschige Leidensgeschichte zu verfassen, die sich heute sehr gut verkaufen ließe und Moritz lobt die Intelligenz des gewagten Witzes. Das beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Inhalt, denn Lewinsky baut geschickt mit Chat-GPT verfasste Passagen ein und der Rezensent ist sehr erfreut, wie sich hier Inhalt und Form widerspiegeln.

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