Louis Chabos wächst in einem Kinderheim in Mailand auf. Nachdem er in Napoleons Russlandfeldzug den Krieg kennengelernt hat, möchte er nur noch eins: endlich zu einem menschenwürdigen Leben finden und Teil einer Familie werden. In Graubünden erlangt er ein kleines Stück des erhofften Glücks. Doch das verspielt er, als die Sehnsucht nach dem unbekannten Vater ihn nach Paris ruft und er zwischen Prunk und Schmutz seine Bestimmung sucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.09.2022
Rezensent Martin Oehlen bekommt "süffige" Unterhaltung mit Charles Lewinskys Roman um eine Waisenknaben mit blaublütiger Geschichte. Das Leben des Louis Chabos erzählt Lewinsky laut Oehlen in einem saftigen Plot, wenngleich nicht so "konfettireich" wie im Roman "Halbbart" von 2020. Die über 100 Kapitel haben laut Rezensent Kürze und Würze und vermitteln das Leben im 18. Jahrhundert mit Humor. Als eher traditionell erzählte, temporeiche Geschichte eines Verstoßenen überzeugt das Buch Oehlen, nicht als Historienroman.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2022
Rezensent Roman Bucheli folgt interessiert dem fiktiven Lebensweg von Louis Chabos, dem unehelichen Kind von König Louis-Philippe I. und einer Köchin in Charles Lewinskys "Sein Sohn". Das Geschehen spielt in den Jahren nach der Französischen Revolution, das Kind landet nach seiner Geburt in einem Waisenhaus und macht sich im vorangeschrittenen Alter auf die Suche nach den Eltern, erlebt zahllose Schicksalsschläge und dann doch noch ein kurzes Glück, erklärt Bucheli. Der Autor erzählt dem Rezensenten zufolge die spannende Geschichte mit viel Geschick, starken Figuren, Tempo und erzählerischer Routine. Eine Coming-of-Age-Geschichte, die auch erzählt, wie das moderne Ich sich in der Masse als Individuum herausschält, so Bucheli, der Existenzphilosophie nie "unterhaltsamer und bewegender" fand.
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