Charles C. Mann

Kolumbus' Erbe

Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen
Cover: Kolumbus' Erbe
Rowohlt Verlag, Reinbek 2013
ISBN 9783498045241
Gebunden, 816 Seiten, 34,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hainer Kober. Die Entdeckung Amerikas war für das Leben auf unserem Planeten das folgenreichste Ereignis seit dem Aussterben der Dinosaurier. Denn: Millionen Jahre waren die Hemisphären weitgehend voneinander isoliert gewesen. Mit Kolumbus traten sie in einen Austausch. Menschen und Pflanzen, Tiere und Krankheiten gelangten per Schiff in neue Lebensräume und schufen eine Welt, in der nichts blieb, wie es einmal gewesen war. Das hatte auch gravierende politische Konsequenzen: Der "kolumbische Austausch" trug mehr als alles andere dazu bei, dass Europa zur Weltmacht aufstieg und China verdrängte. Charles C. Mann zeichnet ein spannendes Panorama dieser Vorgänge, das Kontinente und Jahrhunderte umfasst.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.12.2013

Der Wissenschaftsjournalist Charles C. Mann sieht in der Entdeckungsreise Christopher Kolumbus' das folgenreichste Ereignis seit dem Aussterben der Dinosaurier, berichtet Katharina Granzin. Der Austausch des genetischen Materials unzähliger Lebensformen zwischen den Kontinenten hat ein "Zeitalter der Vereinheitlichung" eingeläutet, das "Homogenozän", wie Mann es nennt, erklärt die Rezensentin: Menschen, Obstbäume, Bienen, Tabak, Kartoffeln, Krankheitserreger, die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen, verrät Granzin, die Verfügbarkeit von Kartoffeln ließ zum Beispiel in Irland erst die Bevölkerungszahl explodieren, bevor importiertes Ungeziefer die Ernten vernichtete und eine gewaltige Hungersnot verursachte. Mann erzählt gekonnt und ohne Wertung "Tatsachengeschichten mit Aha-Faktor", lobt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.11.2013

Der amerikanische Wissenschaftsjournalist hat ein wunderschönes Buch über die Folgen des "kolumbischen Austauschs" geschrieben, der sogenannten 'Entdeckung' Amerikas, berichtet Elisabeth von Thadden. Für "Kolumbus' Erbe" hat sich Mann bei verschiedensten Disziplinen eingearbeitet, bei der Biologie ebenso wie bei Anthropologie und Geschichtswissenschaft, erklärt die Rezensentin, so kann er ganz unterschiedliche Effekte beschreiben: neue Handelsrouten und -waren, Kämpfe, Sklaverei, aber auch den regen Austausch von Bakterien, Viren und allerlei Getier, die als blinde Passagiere auf den Schiffen mitreisten und zum Teil gewaltigen Einfluss auf die fremden Ökosysteme hatten. Manns Buch ist in diesem Sinne auch eine kleine "Geschichte der Unabsichtlichkeit" geworden, meint Thadden begeistert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.11.2013

Keine neuen Thesen entdeckt Michael Kempe im Buch des Wissenschaftsjournalisten Charles C. Mann. Die Lektüre fand er dennoch faszinierend, da der Autor, sich dabei auf Vorarbeiten von Alfred Crosby und John McNeill stützend, ihm eine Globalisierungsgeschichte jenseits von heroischen Seefahrern, Erfindern und Imperien bietet. Diese alternative Expansionsgeschichte, jene der von den Eroberern im 16. Jahrhundert über den Erdball verteilten Viren, Bakterien, Samen und Keime, der Pocken, Masern, Cholera und Grippe, relativiert laut Kempe auf wohltuende Weise das klassische Muster vom superioren Europäer und dessen Absichten und Taten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Die Lektüre von Charles C. Manns neuem Buch "Kolumbus' Erbe" verändert den Blick auf die Welt, meint Rezensent Harald Eggebrecht. Denn der amerikanische Sachbuchautor erzähle in diesem brillant geschriebenen, spannenden "Tatsachenroman" von der ständigen universalen ökologischen Veränderungen und Vereinheitlichung durch den Austausch von Fauna und Flora, der mit der Entdeckung Amerikas begann. Eggebrecht erfährt, wie neben unzähligen Insekten, Bakterien und Viren etwa der Mais nach Asien, die Süßkartoffel nach Ostasien oder Pferde und Äpfel nach Amerika gelangten oder wie unter den schlimmsten Bedingungen getrockneter Kot von Kormoranen und Pelikanen als Dünger von Südamerika nach Europa transportiert wurde. Fasziniert liest der Rezensent auch, wie in Folge der Importe die Kartoffelfäule etwa eine Million Tote in Europa forderte. Ein sorgfältig recherchiertes Buch über die Vernetzung und Angleichung von Landschaften, Kulturen und Erdteilen, urteilt der Kritiker, der hier "ungeheuerliche", aber wahre Geschichten gelesen hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Allen, die die Entstehung der Welt, wie wir sie kennen, verstehen wollen, empfiehlt Rezensent Thomas Weber das dicke Buch des Wissenschaftsjournalisten Charles C. Mann. Der Autor taucht die Ära der Entdeckung der Neuen Welt durch Kolumbus in ein für Weber neues Licht, indem er den damals zwischen Natur und Kultur stattfindenden Austauschprozess als Panorama von Erdteilen und Gütern, Kosten und Nutzen entwirft, wie der Rezensent erklärt. Wie zweischneidig das Ganze war, lernt Weber etwa anhand der Kartoffel, die einerseits Hungersnöte verhinderte, andererseits die für Schädlinge anfällige Monokultur entstehen ließ. Für den Rezensenten eine umfangreiche, aber nie langweilige Lektüre.
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