Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Eine Geschichte, die so bizarr klingt, dass man sie kaum glauben mag. Und doch ist sie wahr: Michael Paterniti beschreibt eine Reise in seinem Buick Skylark durch die USA, mit einem alten Mann, Thomas Harvey, auf dem Beifahrersitz und einer Tupperschüssel im Kofferraum, in der das Gehirn Albert Einsteins schwimmt ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2001
Ernst Horst hält sich mit einem Urteil über dieses Buch sehr zurück und merkt lediglich an, dass in den USA bisweilen Bücher entstehen, die "genauso verrückt sind wie die Phänomene, die sie beschreiben". Zu diesen Büchern zählt er ohne Zweifel auch das vorliegende, dessen Entstehungsgeschichte Horst dem Leser näher erläutert. So erfährt man, dass sich diese Geschichte tatsächlich ereignet hat, und dass das Buch aus einem Artikel über diese Reise entstanden ist, den Paterniti für Harper's Magazin verfasst hat und für den er 1998 mit dem National Magazine Award ausgezeichnet wurde. Doch "glaubwürdige Helden sind sie alle drei nicht", findet Horst und schließt dabei neben Paterniti und den Pathologen Harvey Einsteins Gehirn mit ein. Paterniti findet er "eigentlich ganz sympathisch", doch wird der Rezensent den Eindruck nicht los, dass dieser das Buch eigentlich nur verfasst hat, um seine Freundin zu beeindrucken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.06.2001
Alex Rühle informiert den Leser, dass diese Geschichte tatsächlich passiert ist: Der Pathologe Thomas Harvey hat fast sein Leben lang an Einsteins Hirn geforscht - ohne Ergebnis. Rühle findet, dass die ganze Geschichte anfangs lediglich nach "kruder Hochstapelei" klingt, doch seiner Ansicht nach entfaltet sich aus dieser "hirnrissigen Anekdote ein spannendes road movie", das beim Rezensenten sogar den Wunsch ausgelöst hat, einfach mit zu Harvey und Paterniti ins Auto zu steigen, um mit Einsteins Hirn in der Tupperdose zu dessen Enkelin zu fahren. Harvey war für die Forschung nicht mehr als eine 'Fußnote', zitiert Rühle eine amerikanische Lehrerin. Doch Paterniti habe hier gezeigt, dass "man anhand einer Fußnote, einer Anekdote oft mehr über einen Menschen erzählen kann als mit vielen Biografien". Darüber hinaus erfährt der Leser nach Ansicht des Rezensenten nicht nur vieles über Einstein selbst, sondern auch einiges über die USA.
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