Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2005
Es wird Zeit, endlich Charles Brockden Brown zu entdecken, ruft Elmar Schenkel. Aus zwei Gründen: Zum einen haben wir es mit dem "Vater der amerikanischen Erzählkunst" zu tun, der sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als das puritanische Establishment literarische Fiktion verteufelte, an europäischen Modellen orientierte und zum Vorläufer und Vorbild von Poe und anderen avancierte. Denn schon Brockden Brown entwarf Amerika als Landschaft, in der das Ich - sozusagen prä-psychoanalytisch - seine Festigkeit verliert. Das vorliegende Erzählfragment, erläutert Schenkel, ist ein faszinierendes Exemplar literarischer Erforschung des Horrors, der "aus der Seele" kommt, wie Poe es formulierte, aber auch von Allmachtsfantasien - der Bauchredner Carwin hat sie, und noch mehr sein Gott spielender mysteriöser Meister Ludloe. Und das ist das zweite Argument für eine Entdeckung des Pioniers Brockden Brown: "Prophetisch und unheimlich" erfasst er in seinem reizvoll zerfahrenen Text das Wesen zukünftiger Diktatoren, so Schenkel. Was noch? Schöne Ausgabe, gelungene Übersetzung, leider viele Druckfehler.
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