Herausgegeben von der Literarischen Vereinigung Winterthur . Dieses zweite Meisterwerk der fast völlig vergessenen Schweizer Autorin (neben dem grossen Roman "Das Vermächtnis"), erschien 1952 und ist eine perfekte, bis ins Detail ausgearbeitete Novelle. In die Rahmenerzählung, eine autobiografisch grundierte Kindheitsgeschichte, ist eine kühnere, harte und zugleich poetische Flüchtlingsgeschichte, eine Judengeschichte, eingeschlossen, die unauffällig und ohne Bildungsprotzerei in den Bereich des Mythischen geführt wird. Die erstmalige Neuauflage enthält ein ausführliches und faszinierendes Nachwort von Elsbeth Pulver, der Neuentdeckerin und grossen Kennerin des Amanschen Werkes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2004
Beatrice von Matt findet es sehr erfreulich, dass nun das schmale, zwischen 1940 und 1950 entstandene Werk von Elisabeth Aman wiederzuentdecken ist. Die Novelle "Manuel und das Mädchen" erzählt von zwei Außenseitern: der aus der "Villa" stammenden Meret und dem jüdischen Klassenbesten Manuel, die sich für eine Weile gefunden zu haben scheinen, schreibt die Rezensentin. Die ausgeprägte Einsamkeit des Mädchens spiegelt sich dann in der Binnengeschichte, in der ein alter Jude durch seine Kenntnis verborgener Quellen die Stadt rettet, deren Brunnen plötzlichen versiegt sind, was ihm nicht gedankt wird, erklärt sie weiter. Die Rezensentin ist von den "entschiedenen politischen Signalen", die die Autorin in einer Zeit setzt, in der über jüdische Schicksale kaum gesprochen wurde, ziemlich beeindruckt. Außerdem ist sie geradezu "verzaubert" von dem zwischen "Annäherung und Entfernung" changierenden Figurenspiel, und sie preist die "Delikatesse" der Darstellung. Deshalb ist es ihr auch ein Anliegen, der Literaturkritikerin Elsbeth Pulver, die das Nachwort zu die Novelle geschrieben hat, dafür zu danken, dass sie dieses "zarte kleine Werk" wieder aus der "Versenkung geholt" hat.
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