Catherine Hakim

Erotisches Kapital

Das Geheimnis erfolgreicher Menschen
Cover: Erotisches Kapital
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783593394688
Gebunden, 376 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Kuhlmann-Krieg. David Beckham hat es, Anne Will auch und Carla Bruni erst recht: Die Rede ist von erotischem Kapital. Die Soziologin Catherine Hakim zeigt einen überraschenden Weg an die Spitze der Gesellschaft und bricht dabei so manches Tabu: Nicht nur Intelligenz bringt uns weiter wir müssen neu lernen, Sex-Appeal und Schönheit für uns zu nutzen. Feministische Scheuklappen haben Frauen jahrzehntelang nicht weitergebracht, im Gegenteil: Wer hierzulande zu gut aussieht, dem wird von vornherein der IQ gekürzt. Bewusst eingesetzte Attraktivität gilt als anstößig, dabei spielt das gewisse Etwas für den sozialen Aufstieg eine ebenso große Rolle wie die Ausbildung. Und das Beste ist: Jeder kann es entwickeln und erlernen!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

Wenn die Autorin ihre Ratgeberlust darin gipfeln lässt, berufstätige Frauen zu einer stets ordentlichen Frisur zu raten und die Prostitution als Ausweis für die Karrierefähigkeit junger Frauen zu begreifen, ruft der Rezensent nach Alice Schwarzer. Abgesehen davon hat Thomas Karlauf kritische Anmerkungen zu machen, die Catherine Hakim nicht gut aussehen lassen. So fragt er sich, warum Angela Merkel in diesem Buch nicht auftaucht. Sollte die Kanzlerin ganz ohne erotisches Kapital Karriere gemacht haben? Und wenn dem so wäre, wäre sie dann nicht gerade der Erwähnung wert gewesen? Aber Karlauf versteht schon: Die Autorin möchte schließlich ihr Thesengebäude erhalten, und das baut auf dem nie endenden Spiel von Locken und Abwehren als eigentlicher Säule weiblicher Macht. Die bloße Menge an statistischem Material, die Hakim zur Festigung ihres postfeministischen Ansatzes heranzieht, genügt Karlauf jedoch nicht. Ihm fehlt die Bezugsgröße.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011

Catherine Hakims Buch, in dem sie die soziologische Kategorie des "Kapitals" von Pierre Bourdieus auch auf das Erotische anzuwenden unternimmt, verschlägt Andrea Roedig ob seiner Simplizität und fehlenden analytischen Durchdringung schier den Atem. Ganz klar habe die Autorin die Intention, gegen das Patriarchat und den Feminismus gleichermaßen anzuschreiben und Schönheit und Attraktivität insbesondere des weiblichen Geschlechts als ökonomische Werte zu propagieren. Deshalb macht sie auch kein Geheimnis aus ihrer "Verachtung" Dicker und ihrer Wertschätzung der Prostitution, die in Hakims Augen gute Erwerbsmöglichkeiten für Frauen aus bildungsfernen Schichten bietet, wie die Rezensentin fassungslos registriert. Daneben ist das Buch eine Fundgrube für Banalitäten aller Art, wie Roedig in einigen Beispielen belegt. Ein "frappierend schlechtes" Buch, staunt die Rezensentin, die kaum fassen kann, wie platt und ohne jeglichen Tiefgang die Autorin Bourdieus Kapital-Begriff als reinen "Geldwert" auffasst. Dabei seinen manche Thesen Hakims, wie die vom "männlichen Sexdefizit", vorausgesetzt sie würden mit mehr "intellektuellem Kapital" erfasst, durchaus des Nachdenkens wert, so die Rezensentin.
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