Wir reden oft über die Liebe, erfahren sie in den unterschiedlichsten Formen - Eros und Agape, reine Lustempfindung und abstrakte Nächstenliebe, Pornografie und Sentimentalität -, aber wir verstehen nichts von ihr, oder fast nichts. Und wenn die Philosophie über sie spricht, droht sie sie verächtlich zu machen und zu verraten. Sie wird ausgehend vom Selbstbewusstsein zu einer Passion" erniedrigt, die als krankhaft, irrational und damit immer auch als fragwürdige Erscheinung gilt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2011
Wer mit dem Werk des französischen Phänomenologen und Religionsphilosophen Jean-Luc Marion vertraut ist, wird sich vom Titel nicht auf Abwege führen lassen sondern wissen, dass es auch beim Erotische nicht zuletzt um "Gott und die Welt" geht, meint Thomas Groß. Bei Marion ist die wahrhaftige körperliche Liebe ein wechselseitiges Genießen, das, wenn es zum Benutzen wird, die Grenzen zur Pornografie überschreitet. Der Rezensent sieht beim Autor einige Anleihen an die christliche Sexualethik, stellt aber fest, dass der realen Beziehungspraxis mit wechselnden Partnern Rechnung getragen wird. Obwohl aber doch mitunter "Ideal und Leben" in diesem "subtilen und erstaunlich ausführlichen" Buch ziemlich auseinander zu klaffen scheinen, lässt sich der Rezensenten schlussendlich von der psychologischen Plausibilität, die er darin erkennt, überzeugen.
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