Aus dem Englischen von Ursula Blank-Sangmeister. Als Cat Jarman ihre Arbeit in der Wikingerstätte Repton (Südengland) aufnimmt, stößt sie auf eine kleine Karneolperle. Fast hätte man den orangefarbenen Stein für Modeschmuck aus dem 20. Jahrhundert halten können. Doch was hat es mit dem Artefakt wirklich auf sich, welche Geschichte versteckt sich hinter seiner polierten Oberfläche? Ausgestattet mit wissenschaftlicher Neugier und modernsten Forschungsmethoden, verfolgt Jarman den Weg des Karneols zurück bis nach Bagdad und Indien. Auf den Spuren der wilden Reisenden des Nordens entwirft sie ein neues Bild von der globalen Welt des Mittelalters.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2025
Laut Rezensent Dominik Wassenhoven gelingt es Cat Jarman in ihrem Buch die Welt der Wikinger anhand von Objekten lebendig werden zu lassen. Ausgangspunkt ist eine Karneolperle, die in einem Massengrab in England gefunden wurde. Jarman verfolgt ihre mögliche Herkunft aus Asien und gliedert das Buch in die westlichen, skandinavischen und östlichen Gebiete der Wikinger, lesen wir. Dabei beleuchtet sie verschiedene Aspekte der Gesellschaft, etwa Sklavenhandel, Frauenrollen und Bestattungsriten. Ihre anschauliche, sachliche Darstellung, lobt der Kritiker, verbindet archäologische Funde mit schriftlichen Quellen. Eine zentrale These: Die Wikinger waren stärker vernetzt als bisher angenommen. Besonders die Handelskontakte nach Osten scheinen bedeutender gewesen zu sein. Für Wassenhoven ist Jarmans Buch "eine kleine Perle der Wissenschaftskommunikation", die tiefere Einblicke in Kultur und Forschung rund um die Wikinger ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.01.2025
Kann man entlang des Weges einer einzelnen Perle die globale Geschichte aufschlüsseln? Man kann, freut sich Rezensent Arno Orzessek nach der Lektüre dieses Buches. Denn Cat Jarman, lernen wir, tut genau das, sie überlegt sich, wie eine 2012 in einer Wikingerstätte aufgefundene Perle wohl dorthin gelangt sein könnte. Möglich wurde der Fund dank weit verzweigter Handelsbeziehungen, die die Wikinger nicht nur mit England, sondern auch mit weiter östlich beheimateten Völkern etwa im heutigen Istanbul und Bagdad in Kontakt brachten. Auch dort galten die Wikinger als rauhe Gesellen, erfahren wir, wobei Jarman laut Orzessek kein Wikingerbashing betreibt, sondern die skandinavischen Seefahrer differenziert beschreibt und zum Beispiel erläutert, dass ihre Reisen nicht von Kampfeslust, sondern von Handelsinteressen angetrieben werden. Weiterhin hilft dieses Buch, in dem es auch um die Methoden moderner Archäologie geht, dabei, ein komplexeres Bild zum Beispiel der Geschichte der Ukraine zu zeichnen, freut sich der insgesamt sehr angetane Rezensent.
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