Gabriel Zuchtriegel
Pompejis letzter Sommer
Als die Götter die Welt verließen

Propyläen Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783549110003
Gebunden, 320 Seiten, 33,00 EUR
ISBN 9783549110003
Gebunden, 320 Seiten, 33,00 EUR
Klappentext
Aus der Asche einer Stadt entsteht die Welt von heute. Die Ruhe über dem Städtchen Pompeji im Sommer 79 n. Chr. ist trügerisch, etwas ist aus den Fugen geraten: Die vertrauten Götter wirken plötzlich wie Relikte aus einer vergangenen Zeit, sie haben ihre Macht über die Menschen verloren. Stattdessen macht eine kleine jüdische Sekte von sich reden, die in einem Wanderprediger den Retter der Welt erkennt. Niemand ahnt, dass diese spirituelle Bewegung einmal die gesamte westliche Kultur prägen wird. Gabriel Zuchtriegel nimmt uns mit in eine Welt im Umbruch, in der das Leben zwischen Angst und Aufbruch pulsiert. Auf der Basis neuester Funde im Archäologischen Park von Pompeji entwirft er das lebendige Porträt einer Gesellschaft, die der unseren ähnlicher ist, als wir meinen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2025
Gabriel Zuchtriegel hat ein weiteres hervorragendes Buch über Pompeji geschrieben, freut sich Rezensent Tilman Spreckelsen. Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks der Ausgrabungsstätte, greift darin jüngste Ausgrabungen in Pompeji auf, die unter anderem ein Luxus-Spa und einen Fries mit Dionysos-Motivik zutage förderten. Insbesondere letzteres passt gut zum zentralen Thema des Buches, erläutert Spreckelsen, schließlich beschäftigt sich Zuchtriegel mit der Frage, wie das Christentum im Römischen Reich Fuß fassen konnte - auch in Pompeji war es bereits angekommen, als der Vulkan zuschlug. Gerade die weniger glänzenden Seiten der Antike, die in Pompeji eben auch erhalten sind, ermöglichten dem Christentum seinen Einzug, liest der Kritiker: So zeichne der Autor einen Prozess der Entzauberung der alten römischen Gottheiten, die freilich immer noch im Stadtbild präsent waren, nach. Nicht zuletzt zeigt dieses Buch auch auf, dass das Christentum und seine Vorgängerreligionen durchaus einige Gemeinsamkeiten hatten, wie etwa das Ziel, die Gläubigen in ihrem Innersten zu befreien, so Spreckelsen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.11.2025
Insgesamt gern liest Rezensent Michael Opitz dieses, wie er findet, nicht ganz runde Buch. Gabriel Zuchtriegel widmet sich darin den Ausgrabungen im von einem Vulkanausbruch im Jahr 79 nach Christus verschütteten, beziehungsweise regelrecht in der Zeit eingefrorenen Pompeji. Immer noch werden dort erstaunliche Entdeckungen gemacht -unter anderem eine Bäckerei, in der schlimme Arbeitsbedingungen geherrscht haben müssen, aber auch bildschöne Fresken. Wenn der Autor solche Funde dem Leser nahe bringt, ist Opitz mit Freude dabei. Weniger gut gefällt ihm die Lektüre da, wo der Autor lediglich Bekanntes aus dessen eigenem vorigen Pompeji-Buch aufwärmt oder auch über Dinge schreibt, die mit der antiken Stadt nicht viel zu tun haben.
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