Nigerias Romance-Scam-Industrie und die Einsamkeit im Westen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518433188 Gebunden, 300 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Matthias Strobel. Als seine Mutter erzählt, dass sie sich im Netz in jemanden verliebt hat, der ihr Goldbarren schicken will, weiß Carlos sofort, was los ist: ein Romance Scam, eine Form des Internetbetrugs, bei denen Opfern unter falscher Identität Nähe vorgegaukelt wird, um an Geld zu kommen. Carlos kann seiner Mutter beweisen, dass alle E-Mails ihres Verehrers aus Nigeria stammen, und der Spuk ist vorbei, doch nun lassen ihn, den jungen Investigativjournalisten, die vielen Fragen nicht mehr los. Warum fällt jemand auf so was rein? Wer steckt bitte hinter dieser zeitintensiven Betrugsmasche? Carlos reist nach Lagos. Er schleust sich ein in die Welt der Love Scammer, begleitet vier von ihnen für ein Jahr. Anhand ihrer wechselhaften Schicksale versteht er die Psychologie des Romance Scams, erfährt von der Ausweglosigkeit einer ganzen Generation, von ihrem verschwenderischen Lifestyle, ihrer Erschöpfung und den moralischen Dilemmata. Und wie sich die Einsamkeit im Westen auf verblüffende Weise spiegelt in der Armut Nigerias.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2026
Rezensentin Laura Roban schätzt das Buch des Journalisten Carlos Barragan über das Scamming-Business in Nigeria wegen seiner Ausgewogenheit. Der Autor spricht mit vielen, oft jugendlichen Scammern, stellt ihre Vorgehen detailliert dar und schreibt über mögliche Ursachen: Kolonialismus, Misswirtschaft, globale Ungleichheit, ohne allerdings die Bedürfnisse und das Leid der Opfer zu vergessen. Anhand eines Scams, dem seine Mutter auf den Leim ging, beginnt der Autor seine Recherche vor Ort in Lagos, erklärt Roban. Die ferne Welt der Internetbetrüger und die Dynamiken hinter ihrem Tun werden so für den Leser anschaulich, so die Rezensentin.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…