Carl Nixon

Kerbholz

Roman
Cover: Kerbholz
CulturBooks, Hamburg 2023
ISBN 9783959881562
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jan Karsten. Der Brite John Chamberlain macht mit seiner Frau und den Kindern Urlaub an der dünnbesiedelten Westküste Neuseelands. Ihr Auto kommt von der Straße ab und stürzt über eine Klippe in die Tiefe. Beide Eltern sterben, aber die drei Kinder auf der Rückbank überleben den Autounfall. Nach zwei Tagen werden sie von zwei Outlaws gerettet, die auf einer abgelegenen Farm Cannabis anbauen. Schnell stellt sich heraus, dass die vermeintlichen Retter ein paar zusätzliche Arbeitskräfte gut gebrauchen können, und ganz und gar nicht die Absicht haben, die Kinder wieder gehen zu lassen … Können sie von der Farm entkommen? Und wird ihre Tante sie finden, bevor es zu spät ist?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.06.2023

Der Mensch als Raubtier auf einem Kontinent, der eigentlich keine solche Wesen kennt: Kritikerin Katrin Doerksen reist mit Carl Nixon nach Neuseeland, an den Ort, wo eine Familie aus der Londoner Oberschicht durch einen Autounfall zur Hälfte dezimiert wird. Drei Kinder bleiben aber - vorerst - am Leben, verrät sie, sie schlagen sich irgendwie durch in der Wildnis Neuseelands, die der Autor ihr plastisch und lebendig schildert. Auch Verbrechen auf einem Bauernhof, auf dem sie schließlich unterkommen, spielen eine Rolle, wenn auch eher hintergründig, wichtiger seien Fragen von Schuld, die fortwährend gestellt würden. Eine "eiskalte Unterströmung" fühlt Doerksen in diesem Roman, und nicht erst dann, als nach Jahren die Leiche des ältesten Kindes angespült wird und sich die Frage stellt: Wie hat er so lange durchgehalten? Ein eindringliches Leseerlebnis, nicht nur für Neuseeland-Interessierte, meint Doerksen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2023

"Kunstvoll komponiert" findet Rezensent Hannes Hintermeier diesen Roman des neuseeländischen Autors Carl Nixon. Nach einem Autounfall, bei dem ihre Eltern ums Leben kommen, entfernen sich drei Kinder aus der Londoner Oberschicht auf dem abgelegenen Hof eines neuseeländischen Bauers immer mehr von ihren Ursprüngen, lesen wir. Die Geschichte dreht sich zum einen um das harte Leben der Kinder auf dem Hof, auf dem sie ausgebeutet werden, zum anderen um die ältere Schwester der verstorbenen Mutter, Susan Barnett, die sich auf die Such nach ihnen macht. Der Roman ist kein Krimi im klassischen Sinne, betont der Kritiker, Polizeiarbeit kommt nur sporadisch vor. Nixon verarbeitet hier erzählerisch gekonnt den Gegensatz von "alter und neuer Welt", neuseeländischer Einöde und Londoner Klassengesellschaft, schreibt der Kritiker anerkennend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.05.2023

Rezensentin Sylvia Staude liest in Carl Nixons Roman von der Anpassungsfähigkeit des Menschen. Die in Neuseeland im Jahr 1978 spielende Geschichte dreier Geschwister, die nach einem Unfall elternlos umherirren und auf einer heruntergekommenen Farm unterkommen, erzählt der Autor laut Staude perspektivreich, nuanciert und immer wieder überraschend. Dass Nixon dabei ohne dramatische Zuspitzungen und Effekte auskommt, gefällt Staude ebenso wie die poetischen Landschaftsbilder im Text.

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